Im Kalten Krieg
Die Berlin-Blockade: Als alle drei Minuten Flugzeuge landeten
23.11.2025 – 08:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Vor über 50 Jahren sorgt Stalin für einen Notstand in West-Berlin. Damit löst er eine Versorgungskrise aus – und den Auftakt zum Kalten Krieg.
Wer heute am Platz der Luftbrücke in Berlin-Tempelhof entlangfährt, könnte sich über den Ursprung des Namens wundern. Doch er erinnert an eine Zeit, in der West-Berlin für fast ein Jahr von der Außenwelt abgeschottet war.
Denn nach Ende des Zweiten Weltkriegs teilten sich die Siegermächte Sowjetunion, USA, Frankreich und Großbritannien die heutige Bundesrepublik in vier Zonen auf. Berlin befand sich in der Ostzone. Doch im Jahr 1948 wollten die westlichen Besatzungsmächte eine neu eingeführte Währungsreform auch auf West-Berlin ausweiten – zum Missfallen von Josef Stalin, dem damaligen Ministerpräsidenten und Diktator der Sowjetunion.
Die von Stalin wenige Tage später eingeführte Währung wurde von den westlichen Mächten nicht anerkannt und verlor deutlich an Wert. Als Folge unterbrach die Sowjetunion am 24. Juni alle Zufahrtswege nach West-Berlin, sowohl auf dem Land, über Wasser als auch über Schienen. Damit wurde der Teil Berlins komplett von der Versorgung abgeschnitten.
Lediglich die Luftkorridore blieben von der Blockade verschont. Das führte dazu, dass Flugzeuge der West-Alliierten bereits wenige Tage nach Beginn der Abschottung an einem der drei Berliner Flughäfen landeten. Im Gepäck waren lebenswichtige Güter, darunter Lebensmittel und Kohle zum Heizen. Je länger die Blockade andauerte, desto mehr wurde geliefert.
Irgendwann landeten die Flugzeuge alle zwei, drei Minuten in West-Berlin. An einem Tag wurden laut dem Alliiertenmuseum in West-Berlin fast 1.400 Flüge mit Hilfslieferungen verzeichnet. Die Bevölkerung nannte sie wegen der Fracht auch bald „Rosinenbomber“.
Erst Anfang Mai 1949 hob Stalin die Blockade auf. Doch auch danach versorgten Flugzeuge die Bevölkerung, um die Vorräte im Falle einer erneuten Blockade aufzufüllen. Bis zum 6. Oktober 1949 verzeichneten die West-Alliierten insgesamt 278.000 Flüge und 2,3 Millionen Tonnen gelieferte Hilfsgüter.
Doch während der Blockade starben auch 77 Menschen, darunter einige Piloten der Frachtflugzeuge. Im August 1948 kam es zu dem ersten Absturz mit mehreren Todesopfern. Die Blockade gilt bei Historikern als Auftakt zum fast 40 Jahre andauernden Kalten Krieg zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten, der sich vor allem durch das ständige Wettrüsten auszeichnete.
