Aufmerksamkeit in Deutschland erhielt Marsch durch seinen Konflikt mit dem FC Bayern. Auslöser war der Kreuzbandriss von Alphonso Davies, den sich der Nationalspieler im Einsatz für Kanada zugezogen hatte. Die Bayern-Bosse warfen Marsch vor, den bereits angeschlagenen Davies trotz einer Oberschenkel-Blessur eingesetzt zu haben, und drohten gar mit einem juristischen Nachspiel. Marsch wies die Vorwürfe zurück und kritisierte seinerseits die Bayern wegen angeblicher Fehler bei Davies‘ Belastungssteuerung zu.
Marsch setzt auf ein 4-3-3 beziehungsweise 4-2-3-1, das sich situativ flexibel verschiebt. Unter ihm sucht Kanada bewusst Umschaltmomente. Nach Balleroberungen geht es schnell in die Tiefe, häufig über die Flügel, wo Tempo und Dynamik entscheidend sind. Kanada presst nicht dauerhaft hoch, sondern in klar definierten Zonen. Auslöser sind Rückpässe, schlechte erste Kontakte oder isolierte Gegenspieler auf den Außenbahnen. In diesen Momenten schiebt die Mannschaft geschlossen nach, um Ballverluste zu erzwingen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Standardsituationen. Mit Gagnon hat Marsch einen Spezialisten eingebunden, der feste Laufwege, Blocks und Zonenbesetzungen einstudiert. Marsch verzichtet auf taktische Spielereien und setzt stattdessen auf Prinzipien, die zum Profil seiner Spieler passen: Tempo, Physis und Konsequenz.
Kanada nahm bislang zweimal an einer WM-Endrunde teil. 1986 schied das Team in der Vorrunde aus und blieb ohne Tor. 2022 folgte erneut das Vorrunden-Aus, Kanada verlor alle drei Gruppenspiele.
Die kanadische Nationalmannschaft hat einen französischen Spitznamen: „Les Rouges“ bezieht sich auf die rote Farbe des Heimtrikots und betont die Zweisprachigkeit des Landes. Daneben ist die Abkürzung CanMNT gebräuchlich, was für Canada Men’s National Team steht. Sie wird vor allem von den nordamerikanischen Medien und dem kanadischen Fußballverband selbst benutzt.
