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Alpen-Gipfel zerreißt – Felsabbruch hat wohl begonnen

wochentlich.deBy wochentlich.de5 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Alpen-Gipfel zerreißt

Großer Felsabbruch am Hochvogel hat wohl begonnen


05.10.2026 – 17:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Durch den Hochvogel zieht sich ein Riss (Archivbild): Der Prozess, der zum endgültigen Abbruch führt, ist mittlerweile offenbar im Gange. (Quelle: Johannes Leinauer / TU München)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Noch zählt der Hochvogel in den Allgäuer Alpen zu den höchsten Bergen Deutschlands. Doch seine Tage sind wohl gezählt: Brennpunkt ist ein neuer Spalt.

Bis zu 400.000 Kubikmeter Fels krachen in die Tiefe, der Hochvogel zerreißt unter tosendem Donner: So sehen es Wissenschaftler seit Jahren kommen – nur wann es so weit ist, können sie nicht genau sagen.

Jetzt scheint es, als rücke das Ende des Bergs näher. Der Bayerische Rundfunk (BR) zitiert Geologieprofessor Michael Krautblatter von der Technischen Universität München, der Prozess des großen Felsabbruchs habe inzwischen offenbar begonnen. Schon seit dem Frühjahr würden Messgeräte Bewegungsraten von bis zu fünf Millimetern pro Woche aufzeichnen. Für geologische Zeiträume sei das ein rasantes Tempo.

  • Ohrenbetäubender Knall: Gewaltiger Felssturz löst sich in den Dolomiten

Brennpunkt ist ein neu entdeckter Riss, „Spalt 6“ genannt. Dieser hat sich an der Südwestkante des Bergs gebildet. Laut BR erwartet Krautblatter, dass von diesem Riss aus der große Felsabbruch ausgelöst wird. Um rechtzeitig mitzubekommen, wann die Felsmassen tatsächlich in die Tiefe stürzen, soll demnächst ein weiterer Sensor in „Spalt 6“ Erschütterungen und Schwingungen aufzeichnen.

Experten glauben: Starkregen und Hitze bedrohen den Hochvogel

Zuletzt hatten die Wissenschaftler die bereits am Berg installierten Sensoren – es sind mehr als 30 – überprüft. Das Ergebnis: Ein durch einen Blitzschlag zerstörtes Messgerät muss ausgetauscht werden.

Bereits seit 2014 läuft das Hochvogel-Forschungsprojekt der TU München. Direkt am Gipfel des noch 2.592 Meter hohen Hochvogels klafft ein mittlerweile sechs Meter breiter und 70 Meter tiefer Spalt. Ihn gibt es wohl schon seit langer Zeit. Der Alpinismus-Pionier Hermann von Barth (1845-1876) beschrieb ihn allerdings noch als bloß schulterbreit.

Jetzt beschleunigt sich der Prozess offenbar immer stärker – unter anderem durch Starkregen in diesem Juni. Vermutlich spielt den Experten zufolge auch Hitze eine Rolle.

„Wir sind wohl kurz vor einem Absturz“

Das Ziel der Wissenschaftler lautet, mithilfe ihrer Sensoren eine Vorwarnzeit von ein bis zwei Tagen zu erreichen, bevor der Berg endgültig auseinanderreißt, wie die „Allgäuer Zeitung“ berichtet. Die Forscher glauben, dass der Hochvorgel in Schüben zerbrechen wird. „Wir sind wohl kurz vor einem Absturz“, zitiert die Zeitung Krautblatters Kollegen Johannes Leinauer von der TU München. Zunächst könnten vermutlich 30.000 bis 40.000 Kubikmeter Fels und Geröll über die Südwestseite des Bergs in die Tiefe krachen. Zuletzt war im Juni ein rund 2.000 Kubikmeter großer Felsturm abgestürzt.

Bis zum endgültigen Bergsturz könnten aber noch einige Jahre vergehen, sagte Geologieprofessor Krautblatter laut BR. Eine unmittelbare Gefahr für Bergbewohner gibt es dabei wohl nicht. Den Wissenschaftlern zufolge sind Siedlungsgebiete nicht direkt bedroht. Aber es komme darauf an, die Tiroler Gemeinde Hinterhornbach sowie alpine Verbände rechtzeitig zu warnen, heißt es. Schon seit 2014 ist ein Klettersteig auf der Südseite des Hochvogels gesperrt. Die Anstiege vom Prinz-Luitpold-Haus zum Gipfel sind aber weiter offen.

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