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Alltag eines Muslims in Deutschland

wochentlich.deBy wochentlich.de3 April 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Alltag eines Muslims in Deutschland
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In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Menschen muslimischen Glaubens. Das entspricht 6,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Damit sind Muslime nach Mitgliedern christlicher Kirchen die zweitgrößte Religionsgruppe in Deutschland. Laut Umfragen der Deutschen Islamkonferenz halten sich 70 Prozent der Muslime an islamische Regeln wie die Speisegesetze und fast 40 Prozent verrichten die täglichen Gebete. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland rund 2.700 Moscheen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gebetsräume an Flughäfen, Bahnhöfen und in Bürogebäuden. „Aber auch wenn gerade kein Gebetsraum in der Nähe ist, finden wir schnell eine Lösung“, lacht Feyza. Oft reiche ein kleines ruhiges Plätzchen, sagt sie. Pilgerfahrten nach Mekka sind ein weiterer Bestandteil des muslimischen Glaubens. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch Reisebüros, die organisierte Reisen anbieten. „Es gibt viele Unternehmen, die Verpflegung und Unterkunft für Sie buchen – von ganz einfachen Zimmern bis hin zu Luxushotels mit gutem Essen und Blick auf die Kaaba“, erklärt Erdin.

„Meistens kann man als Muslim in Deutschland ein gutes Leben führen. Wir haben unsere Gebetsräume, Einkaufen ist kein Problem. Das einzige Problem entsteht, wenn jemand den Glauben einer anderen Person nicht respektiert“, sagt Feyza. Und das passiert tatsächlich, fügt sie hinzu. Erdin stimmt zu: „Nicht alle Arbeitskollegen haben immer Verständnis – zum Beispiel für Gebetszeiten.“ Andererseits gebe es Anzeichen für mehr Offenheit, sagt er. In diesem Jahr wurde die Frankfurter Innenstadt zur Feier des Ramadan erstmals beleuchtet, mit Halbmonden und „Happy Ramadan“-Botschaften. „In ein paar Jahren wird niemand mehr darüber reden – es wird völlig normal sein“, sagt Erdin. „Das fühlt sich gut an“, sagt Feyza. Wie in anderen Ländern kommt es auch in der deutschen Gesellschaft leider zeitweise zu Rassismus. Doch wie Feyza erklärt, äußern sich die Rassismusgegner immer lauter.

Das Fasten brechen

Feyza arbeitet in der Textilindustrie. Nach der Arbeit hilft sie ehrenamtlich Obdachlosen. Mehrmals pro Woche fährt sie mit einem Kleinbus durch die Innenstadt und verteilt Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel – oder einfach Ratschläge. Als sie an der Ausgabestelle am Kölner Bahnhof ankommt, wird sie bereits von den Menschen erwartet und mit einer Umarmung begrüßt. Es ist Ramadan und Feyza fastet. Sie lässt nicht erkennen, dass sie den ganzen Tag nichts getrunken und gegessen hat. Sie wechselt voller Energie und Einfühlungsvermögen von einem Gespräch zum nächsten. Dann erhält sie eine Benachrichtigung in ihrer App. Es ist 19 Uhr. Zeit, ihr das Fasten zu brechen. Feyza öffnet einen Smoothie und sagt, dass das fürs Erste reicht. Später wird sie eine ordentliche Mahlzeit zu sich nehmen, sobald die Schlangestehenden gegessen haben. Am liebsten mag sie vegetarisches Essen.

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