S-Bahn und Fernverkehr
Sperrungen und Umleitungen: Was Berlin 2027 erwartet
Aktualisiert am 08.11.2026 – 06:39 UhrLesedauer: 2 Min.
2027 stehen in und um Berlin mehrere große Bahn-Baustellen gleichzeitig an, teils über Monate. Betroffen sind S-Bahn sowie Fern- und Regionalverkehr.
Bahnfahren in Berlin wird 2027 kompliziert. Gleich mehrere Großbaustellen laufen gleichzeitig: Die S-Bahn auf der Stadtbahn wird monatelang gesperrt, die Korridorsanierung Berlin–Lehrte zwingt den Fernverkehr auf Umwege, und auf den Achsen nach Frankfurt und Hamburg wird ebenfalls gebaut.
S-Bahn-Sperrung auf der Stadtbahn
Vom 11. Juni bis zum 2. September 2027 fahren auf der Berliner Stadtbahn keine S-Bahnen zwischen Friedrichstraße und Tiergarten. Betroffen sind die Linien S3, S5, S7 und S9, wie ein Sprecher der Bahn mitteilte. Zeitweise soll die Sperrung bis zum Bahnhof Zoologischer Garten oder bis Charlottenburg ausgeweitet werden.
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Wie Fahrgäste den gesperrten Abschnitt umfahren können, ist bislang offen. Über das Ersatzverkehrsangebot werde rechtzeitig vor Beginn der Arbeiten informiert, erklärte der Bahnsprecher.
Korridorsanierung Berlin–Lehrte
Noch größere Auswirkungen hat die Korridorsanierung der Strecke Berlin–Lehrte. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist die rund 227 Kilometer lange Verbindung noch bis Dezember 2027 vollständig gesperrt, um unter anderem Weichen, Gleise und Oberleitungen zu erneuern. Fernzüge in Richtung Hannover werden in dieser Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet, die Fahrzeit kann sich laut Bahn um bis zu 80 Minuten verlängern.
Für den Fahrplan 2027 kündigt die Deutsche Bahn zudem ein ausgedünntes Angebot zwischen Berlin und Hannover an. Demnach sollen in einem Zwei-Stunden-Zeitraum nur drei ICE pro Richtung fahren. ICE-Halte in Potsdam sind zweistündlich vorgesehen, Magdeburg und Braunschweig sollen stündlich bedient werden; Sprinter-Verbindungen Berlin–Köln/Bonn entfallen laut Bahn, im Regionalverkehr sind Ersatzbusse geplant.
Als Entlastung während der Korridorsanierung war auch die Stammbahn eingeplant, damit ein Teil der Fernzüge wieder direkt zwischen Berlin und Hannover fahren kann. Diese Ausweichstrecke steht nun später bereit: Die Elektrifizierung der parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufenden Strecke verzögert sich nach Bahnangaben um ein Jahr auf Dezember 2027. Ursprünglich sollte sie ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 zumindest eingleisig für einen Teil der Fernzüge nutzbar sein.
Bauarbeiten Richtung Frankfurt und Erfurt
Zusätzliche Einschnitte gibt es 2027 auf der Achse Frankfurt–Erfurt. Für den Zeitraum 6. Februar bis 14. Mai sowie erneut ab dem 14. August 2027 entfallen Sprinter-Züge zwischen Berlin und Frankfurt, nach Angaben der Deutschen Bahn. Die ICE-Fahrzeit steigt in dieser Phase demnach auf etwa 4:30 bis 4:40 Stunden.
Auch Verbindungen zur Ostseeküste ändern sich in diesen Zeiträumen. Nach Angaben der Deutschen Bahn fahren dann nicht die zweistündlichen ICE aus Frankfurt über Erfurt nach Rügen/Stralsund/Greifswald; stattdessen sollen IC-Züge aus Dresden diese Verbindungen übernehmen. Vom 6. Februar bis 14. Mai fahren ICE zwischen Berlin und der Ostseeküste zudem via Schwerin statt über Waren, Neustrelitz und Oranienburg, die Fahrzeit verlängert sich laut Bahn um rund 15 Minuten.
Bauarbeiten Richtung Hamburg
Im Herbst folgt eine weitere Baustelle auf der Verbindung Berlin–Hamburg. Vom 16. Oktober bis zum 11. Dezember 2027 rechnet die Deutsche Bahn wegen Arbeiten am Bahnhof Spandau mit 35 bis 45 Minuten längerer Fahrzeit. In diesem Zeitraum soll es zudem keine Direktverbindungen zwischen Berlin und Kopenhagen geben.
