Analyse zur Berlin-Wahl
Linke siegt – doch alle Parteien fallen bei Wählern durch
20.09.2026 – 21:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Linke wird stärkste Kraft bei der Abgeordnetenhauswahl. Doch laut Forschern überzeugt kein Angebot.
Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl ist die Linke stärkste Kraft geworden. Doch erstmals haben nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen alle Parteien ein Negativimage gehabt.
Die Meinungsforscher ziehen ein ernüchterndes Fazit. „Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin gibt es viel Unzufriedenheit und kein einziges politisches Angebot, das unterm Strich überzeugt“, schreibt die Forschungsgruppe Wahlen. Die Linke sei „stärkste Partei bei einer Wahl ohne echten Sieger“ geworden.
45 Prozent sehen „keine Partei geeignet“
Die Stimmung in der Hauptstadt sei historisch schlecht. Nach Darstellung der Forschungsgruppe Wahlen sprechen 80 Prozent der Wahlberechtigten von einer schlechten Zukunftsvorbereitung der Stadt – so viele wie noch nie. Für 45 Prozent sei „keine Partei geeignet, die Probleme in Berlin zu lösen“.
Der amtierende Senat habe die schlechtesten Noten aller Zeiten erhalten. Laut Analyse liegt die Bewertung bei minus 1,4 auf einer Skala von plus 5 bis minus 5. Nie zuvor hat eine Berliner Landesregierung so schlecht abgeschnitten.
Knapp die Hälfte der unter 30-Jährigen wählen Linke
Die Linke punktete vor allem bei jungen Wählerinnen und Wählern. Knapp die Hälfte der unter 30-Jährigen votierte für sie – 55 Prozent bei Frauen und 40 Prozent bei Männern. Beim wichtigsten Berliner Thema Mieten und Wohnungsmarkt genießt die Linke laut Analyse den größten Kompetenzzuspruch.
Eine AfD-Regierungsverantwortung wird laut Analyse klar abgelehnt. 76 Prozent finden dies schlecht. Für 68 Prozent der Befragten ist das Geschehen in ihrer Stadt wichtiger gewesen als die Bundespolitik.
Bei den Spitzenkandidaten landete der Analyse zufolge nur Elif Eralp von der Linken knapp im positiven Bereich mit plus 0,2. Bei der Frage nach dem gewünschten Regierungschef liegt Eralp der Analyse zufolge mit 37 Prozent klar vor Stefan Evers von der CDU mit 29 Prozent.
