30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr

Algerien startet Mega-Gasprojekt für Europa


06.06.2026 – 11:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Der nigerianische Energieminister Ekperikpe Ekpo (v. l. n. r.) mit seinen Amtskollegen Mohamed Arkab aus Algerien und Hamadou Tini aus Niger: Die drei Länder treiben den Bau der Transsahara-Pipeline voran. (Quelle: IMAGO/Bensalem Billel/APP/ABACA/imago)

30 Milliarden Kubikmeter Erdgas sollen künftig jährlich von Afrika nach Europa fließen. In Algerien erfolgte der Start des Mega-Bauprojekts Transsahara-Pipeline.

Algerien hat mit dem Bau des eigenen Abschnitts der Transsahara-Gaspipeline begonnen. Das teilte der staatliche Energiekonzern Sonatrach bei einer Zeremonie in der südwestalgerischen Region Aoulef am Donnerstag mit. Die Pipeline soll nach ihrer Fertigstellung jährlich bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Nigeria über Niger und Algerien nach Europa liefern.

Zum offiziellen Baustart kamen Algeriens Energieminister Mohamed Arkab sowie Vertreter aus Nigeria und Niger zusammen. Dabei wurden die ersten Schweißarbeiten an der Leitung eingeweiht. Der nun begonnene Abschnitt in Algerien ist rund 1.210 Kilometer lang und verläuft von der Grenze mit Niger bis nach Aoulef. Er wird an das bestehende Gasnetz des Landes angeschlossen. Über dieses Netz gelangt das Gas später zum Feld Hassi R’Mel, dem größten Erdgasvorkommen Afrikas, und von dort weiter nach Europa.

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Die Transsahara-Pipeline zählt zu den größten Energieprojekten des Kontinents. Insgesamt soll sie sich über rund 4.128 Kilometer durch Nigeria, Niger und Algerien erstrecken. Die Kosten werden auf etwa 13 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Idee für das Vorhaben stammt bereits aus den 1970er-Jahren, wurde jedoch über Jahrzehnte durch Finanzierungsprobleme und Sicherheitsbedenken verzögert.

Europa sucht nach neuen Gasquellen

Für Europa gewinnt das Projekt vor dem Hintergrund der Energiepolitik der vergangenen Jahre an Bedeutung. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 bemüht sich die Europäische Union darum, ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern. Zugleich haben jüngste Spannungen im Nahen Osten und Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus die Diskussion über alternative Lieferwege neu belebt.

Das Bauvorhaben der Transsahara-Pipeline: Die Gasleitung soll sich auf über 4.000 Kilometer durch Nigeria, Niger und Algerien erstrecken. (Quelle: IMAGO/Bensalem Billel/APP/ABACA/imago)

Algerien gehört bereits heute zu den wichtigsten Gaslieferanten Europas. Nach Angaben aus der Branche deckte das nordafrikanische Land zuletzt rund 13 bis 14 Prozent der Gasimporte der Europäischen Union ab. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen Spanien, Italien und Frankreich.

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