Bas-Nachfolger Schweitzer

Die ersten sechs Jahre lebte er auf dem Schiff


Aktualisiert am 12.10.2026 – 13:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Alexander Schweitzer (SPD, M.) im Landtagswahlkampf: Nun soll der 2,06 Meter große Politiker Arbeitsminister werden. (Quelle: IMAGO)

Alexander Schweitzer folgt im Arbeitsministerium auf Bärbel Bas. Der Sozialdemokrat hat ein klares Profil. Und einen bekannten Förderer.

Geschichten über Alexander Schweitzer beginnen in der Regel mit einem entscheidenden Hinweis: Der Politiker sei nicht zu übersehen. Der SPD-Politiker hat eine Körpergröße von 2,06 Metern. Viel wichtiger ist aber noch: Der Mann ist auch kaum zu überhören. Der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte der SPD-Politiker zuletzt: „Eine Politik, die die Menschen nicht akzeptieren, lässt sich nicht mit einem rhetorischen Schleifchen verkaufen.“

Und damit auch klar ist, was er damit meint, schob Schweitzer hinterher: „Was den Kanzler angeht, kann ich nur hoffen, dass dieses ewige Gerede über die vermeintlich faulen Deutschen und über die Notwendigkeit, den Sozialstaat zu kürzen, aufhört.“

Künftig wird sich der SPD-Politiker aus Rheinland-Pfalz mit der Kritik am Bundeskanzler etwas zurückhalten müssen. Schweitzer, 53, folgt im Bundeskabinett als Arbeitsminister auf Bärbel Bas. Die SPD-Politikerin ist aus persönlichen Gründen als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückgetreten.

Im Video | Bärbel Bas tritt zurück

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Quelle: reuters

Schweitzer wurde 1973 im pfälzischen Landau geboren. Doch verbrachte er die ersten sechs Lebensjahre auf Rhein, Mosel und Main. Sein Vater war Binnenschiffer. Erst zur Einschulung ging Schweitzer an Land. Sein Abitur machte er am Gymnasium in Bad Bergzabern, auch der frühere Bundesverkehrsminister Volker Wissing ging dort einst zur Schule.

Kurt Beck holte ihn in die Politik

Der frühere SPD-Chef Kurt Beck holte Schweitzer einst in die Politik. 2006 zog er erstmals in den Mainzer Landtag ein. 2013 machte Beck den Juristen in seinem Mainzer Kabinett zum Sozialminister. Da war Schweitzer noch nicht einmal 40 Jahre alt.

2024 löste Schweitzer dann Malu Dreyer als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz ab, Dreyer war aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Doch bei der Landtagswahl im März konnte er sich nicht gegen seinen Herausforderer von der CDU, Gordon Schnieder, durchsetzen. Die Sozialdemokraten verloren die Wahl und nach 35 Jahren erstmals das Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz.

Schweitzer sah die Hauptschuld damals im Auftreten der SPD im Bund. So verärgert war der SPD-Mann, dass er der Sitzung im Willy-Brandt-Haus am Tag nach der Wahl demonstrativ fernblieb.

Alexander Schweitzer (l.) und SPD-Chef Lars Klingbeil beim Parteitreffen in Haßloch (Archivbild): Manchen in der SPD meldete der Rheinland-Pfälzer seine Ansprüche zu laut an. (Quelle: IMAGO/Frank Ossenbrink/imago)

In Mainz übernahm Schweitzer das Amt des Fraktionschefs. Doch schon länger wurde über einen Wechsel nach Berlin spekuliert. Schweitzer äußerte sich oft. Nicht nur in Lokalzeitungen wie der „Rheinpfalz“ und dem „Trierischen Volksfreund“, sondern auch in überregionalen Medien. Der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Schweitzer zuletzt zur Bedeutung der Sozialpolitik: „Die Wahl in Berlin hat gezeigt, dass eine Partei, die sich auf dieses Thema konzentriert, Menschen für sich gewinnen kann – auch wenn sie aus meiner Sicht Lösungen anbietet, die nur auf den ersten Blick funktionieren.“

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