„Ich dachte, ich sterbe“

Die lange Leidensgeschichte geht weiter


16.10.2026 – 18:04 UhrLesedauer: 5 Min.

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Aleksander Aamodt Kilde: Der Norweger gewann 2022 olympisches Bronze. (Quelle: IMAGO/GEPA pictures/ Thomas Bachun/imago)

Aleksander Aamodt Kilde fällt mit einer schweren Verletzung aus – schon wieder. Der Ski-Star blickt auf schwierige Jahre zurück. Dabei weiß er prominente Unterstützung an seiner Seite.

Kurz vor dem Ziel verlor Aleksander Aamodt Kilde die Kontrolle. Kopfüber rauschte der Ski-Star über die Piste, krachte in den Fangzaun und blieb schließlich regungslos am Boden liegen. Mit dem Helikopter musste er nach der Erstversorgung auf der Piste abtransportiert werden. Es waren üble Bilder, die der Norweger im Januar 2024 mit seinem Sturz bei der Abfahrt in Wengen lieferte. Und es ist nicht der einzige schlimme Sturz in der Karriere des 34-Jährigen.

Denn am Donnerstag hat es Kilde erneut erwischt. Beim Abfahrtstraining in Chile hat er sich die Achillessehne gerissen. Auf den Gesamtweltcupsieger von 2020 warten weitere Untersuchungen und eine monatelange Pause. Schon wieder. Er durchlebt eine Leidensgeschichte, wie sie in seinem Sport seinesgleichen sucht.

Die Bilder, die vor über zwei Jahren in Wengen entstanden, dürfte kaum ein Zuschauer vergessen haben. „Da sind viele prägende Bilder zurückgeblieben“, sagte Mikaela Shiffrin, Ski-Ikone und Verlobte von Kilde, im Gespräch mit dem „Tages-Anzeiger“. Sie verbindet „Sorgen und Ängste“ mit den Aufnahmen, der Sturz ihres Partners habe ihr Leben verändert. Der Norweger selbst hingegen hat kaum Erinnerungen an die Situation. „Das Einzige, woran ich denken konnte, war meine Schulter und wie heftig diese weh tat“, berichtete er im Gespräch mit dem norwegischen Streamingdienst Viaplay.

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In der Schulter hatte er sich einen „Totalschaden“ zugezogen, wie Kilde später dem „Kicker“ erzählte. „Zerrissen, zerfetzt. Also Sehnen, Muskeln, Nerven“ seien betroffen gewesen. Einzig seine Knochen blieben verschont. Ähnlich schlimm hatte es seine Wade erwischt, durch die sein eigener Skier „wie ein Skalpell bei einer OP“ geschnitten hatte. 80 Prozent seiner Wadenmuskulatur sei dadurch abgetrennt worden. „Ratsch! Das Fleisch schaute schon heraus. So etwas möchte ich nie wieder sehen, das können Sie mir glauben“, sagte er.

Eine Blutvergiftung warf Kilde zurück

Shiffrin leistete ihrem Verlobten Beistand, war am Krankenbett, als Kilde nach der ersten Operation aufwachte. „Es standen zehn Chirurgen da, sie hatten alles versucht, um ihn wieder zusammenzuflicken“, berichtete die dreifache Olympiasiegerin. Der Norweger habe starke Schmerzen gehabt und sei in Sorge um sein Bein gewesen: „Alex hatte Angst, nach unten zu schauen, weil er sich nicht sicher war, ob sein Bein überhaupt noch dran ist.“

Sieben Wochen lang saß der Norweger im Rollstuhl. „Es war für mich die Hölle“, erinnerte er sich. Doch das Schlimmste sollte noch kommen. Als sich der Wintersportler auf dem Weg der Besserung wähnte, in der Reha schon wieder trainierte, breitete sich eine Entzündung in seiner Schulter aus. „Mir war übel, ich hatte Fieber. Das wird eine Lebensmittelvergiftung sein“, dachte Kilde damals. Shiffrin war davon nicht überzeugt.

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