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Politik

Aktivistin Luisa Neubauer äußert sich zu Jugend-Protesten

wochentlich.deBy wochentlich.de2 November 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Nach Gewaltexzessen

Neubauer äußert sich zu Gen-Z-Protesten

Aktualisiert am 02.11.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 3 Min.

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Luisa Neubauer bei einer Kundgebung vor dem Kanzleramt in Berlin. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Achille Abboud/imago)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Deutschland diskutiert über die Gewalt nach den Gen-Z-Demonstrationen. Aktivistin Luisa Neubauer hat ein paar Ratschläge für die Macher der Jugendproteste.

Nach Randalen und Übergriffen am Rande der Jugendproteste rät Klima-Aktivistin Luisa Neubauer den Initiatoren der Gen-Z-Demonstrationen, die Forderungen stärker einzugrenzen. „Es ist einfach leichter, Druck aufzubauen, wenn man Forderungen fokussieren kann“, sagte Neubauer dem „Inforadio“ des Lokalsenders rbb.

Neubauer hatte zuvor schon im Podcast der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärt, die Forderungen der jungen Menschen seien legitim. Die jungen Menschen wollten vor allen Dingen gehört werden. Es sei Aufgabe der Politik und der Gesellschaft, dieses Angebot anzunehmen und hinzuhören. Wer dazu nicht bereit sei, der riskiere, die junge Generation an die politischen Ränder zu verlieren. Wir werden behandelt, wie Außerirdische“, so Neubauer.

Die bundesweiten Proteste der Organisation „Gen Z regelt“ waren am Wochenende in Städten wie Frankfurt und Hamburg eskaliert. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte von Landfriedensbruch gesprochen.

  • Pro & Kontra: Man muss das Kind beim Namen nennen
  • „Gen Z regelt“: Deshalb geht Europas Jugend auf die Straße

Neubauer, 30, gehört seit Jahren zu den prägenden Gesichtern der Klimabewegung „Fridays for Future“. Sie ist Mitglied der Grünen und wird von vielen als Hoffnungsträgerin der Partei in der Generation nach Robert Habeck und Annalena Baerbock gesehen. „Eine der Klügsten, die wir haben“, sagte die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) bereits im Jahr 2023.

Soziologe Heitmeyer verweist auf Ungleichheit

Dem Berliner Sender rbb erklärte Neubauer, sie könne nachvollziehen, dass die Bewegung „Gen Z regelt“ sich angesichts der vielen Krisen und Baustellen zerrissen fühle. „Das führt natürlich schnell dazu, dass man sagt, wir müssen das alles angehen.“ Strategisch gesehen mache es aber Sinn, die Forderungen genauer zu schärfen, auch um sich von anderen abgrenzen zu können. Die Bewegung sei aber eben ein Kind der Zeit. „Und diese Zeit sagt uns, überall sind Krisen, wir wissen gar nicht, wo man anfangen soll.“

Die Gewaltausbrüche im Anschluss an die Kundgebungen führten in Politik und Wissenschaft zu Debatten. Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Insgesamt trägt die Kombination aus strukturell erzeugter sozialer Ungleichheit, Anerkennungsdefiziten, verdüsterten Zukunftsperspektiven, Kontrollverlusten und das Erodieren verbindlicher sozialer Normen zur Durchrohung der Gesellschaft bei.

Zahlreiche Jugendliche stehen während einer Demonstration auf dem Dresdner Theaterplatz: Die Initiative "Gen Z regelt“ hatte für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten aufgerufen.Vergrößern des Bildes
Proteste in Dresden: Die Initiative „Gen Z regelt“ hatte bundesweit zu Demonstrationen aufgerufen. (Quelle: Jürgen Lösel)

Auf die Frage, ob es sie nerve, dass mehr über die Gewalt als über die Sorgen der jungen Menschen gesprochen werde, antwortete Neubauer: Ja, sie habe den Eindruck, es sei für einige, die von Anfang an kein Interesse daran gehabt hätten, sich ernsthaft mit den Bedürfnissen junger Menschen auseinanderzusetzen, „so eine Art gefundenes Fressen“.

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