„Deutsch sprechende Amerikaner“

Höcke spricht Westdeutschen das Deutschsein ab

08.06.2026 – 18:48 UhrLesedauer: 1 Min.

Björn Höcke: Er teilt Deutsche in bessere und schlechtere auf. (Quelle: IMAGO/DROFITSCH/EIBNER/imago)

Björn Höcke bekommt in einem neuen Podcast viel Zeit, seine Ideen zu verbreiten. Westdeutschland stört ihn, zur DDR findet er dagegen lobende Worte.

Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke hat in einem Podcast der Schweizer „Weltwoche“ Westdeutsche als „deutsch sprechende Amerikaner“ bezeichnet. Im Osten hingegen wohnten noch „deutsch sprechende Deutsche“, sagte er.

Höcke begründete dies mit unterschiedlichen Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Westdeutschland habe sich an amerikanischer Kultur orientiert und eine „Ersatzidentität“ entwickelt. Ostdeutsche hätten sich dagegen ein stärkeres deutsches Selbstverständnis bewahrt.

Der AfD-Politiker verwies dabei auch auf die DDR. Menschen aus Ostdeutschland hätten ihm gesagt, diese sei trotz ihrer politischen Defizite ein Staat mit eigener deutscher Identität gewesen. Tatsächlich war die DDR ein Unrechtsstaat, in dem Dissidenten mit harten Strafen, Flüchtende mit dem Tod rechnen mussten.

Höckes AfD-Landesverband Thüringen wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Gerichte haben zudem mehrfach entschieden, dass Höcke als rechtsextrem bezeichnet werden darf. Höcke selbst ist gebürtig aus Lünen, einer Stadt in Nordrhein-Westfalen.

Die Aussagen fielen in einem Gespräch mit dem Schweizer Publizisten Roger Köppel. Kritische Nachfragen zu Höckes Positionen gab es dabei kaum.

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