Generation Deutschland

AfD-Jugend feiert Siegmund – Uneinigkeit beim Thema Euro

Aktualisiert am 29.08.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 3 Min.

GD-Chef Jean-Pascal Hohm, der auch im AfD-Bundesvorstand sitzt, ruft die AfD-Jugend dazu auf, sich in „Notwehrsituationen“ gegen politische Gegner zu verteidigen. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

Eine Woche vor der Sachsen-Anhalt-Wahl trifft sich der AfD-Nachwuchs in Magdeburg und zeigt sich selbstbewusst. Stargast Ulrich Siegmund wird gefeiert. Eine Euro-Debatte läuft anders als geplant.

Die AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland hat eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt den dortigen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund stürmisch gefeiert. Zugleich debattierte die Jugendorganisation bei einem Bundeskongress in Magdeburg über das AfD-Gründungsthema Euro. Dabei wurden große Meinungsverschiedenheiten deutlich.

Gefordert wurde zudem eine millionenfache Rückkehr nach Deutschland gekommener Menschen. Bei dem Treffen fielen zum Teil derbe, vom Wahlkampf geprägte Worte. Zu nennenswerten Gegendemonstrationen wie bei der Gründung der GD im vergangenen Jahr in Gießen kam es nicht.

AfD-Jugend uneins über Euro-Austritt

Die rund 300 Teilnehmer berieten im „Alten Theater“ Magdeburg über eine Erklärung. In einem zuvor bekanntgewordenen Entwurf hieß es, der Euro habe den Binnenmarkt gestärkt, weise jedoch erhebliche Konstruktionsmängel auf. Deshalb stehe man Reformvorschlägen offen gegenüber. Von einem Ausstieg aus dem Euro ist nicht die Rede. Er persönlich sei der festen Überzeugung, dass die Bundesrepublik Deutschland nicht aus dem Euro austreten sollte, sagte GD-Chef Jean-Pascal Hohm. Den entsprechenden Antrag der GD-Spitze zog Hohm aber schließlich wieder zurück, nachdem in Redebeiträgen klar geworden war, dass es innerhalb der AfD-Jugend maßgebliche Widerstände gegen eine solche Positionierung gibt.

Die AfD war 2013 als eurokritische Partei gegründet worden. Im Bundestagswahlprogramm für 2025 hatte sie bekräftigt, „Deutschland muss aus dem Euro-System austreten“. Hohm begründete seine Haltung mit dem Lebensgefühl junger Menschen, die es gewohnt seien, an Grenzen keinen Pass mehr vorzeigen oder keine Währung mehr umrechnen zu müssen, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte.

„Millionen müssen dieses Land wieder verlassen“

Die GD zeigte sich bei ihrem Treffen extrem selbstbewusst und bekräftigte Forderungen nach Abschiebungen im großen Stil. „Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben. Dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar“, sagte Hohm. Millionen seien ins Land gekommen. „Millionen müssen dieses Land wieder verlassen.“

Hohm rief die Mitglieder außerdem dazu auf, sich im Falle körperlicher Angriffe durch politische Gegner auch körperlich zu wehren. Er erwarte von keinem, dass er sich aufgrund seiner politischen Überzeugung „von gewaltsuchenden Antifaschisten verprügeln oder durch die Stadt jagen lässt“. Wer sich in einer Notwehrsituation verteidige, habe den Rückhalt der GD und der Mutterpartei. „Wir sind keine Opfer, und wir lassen uns auch nicht zu Opfern machen.“

Die eng an die Mutterpartei angebundene GD war im vergangenen Jahr in Gießen neu gegründet worden, nachdem die frühere AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative (JA) aufgelöst worden war. Die JA war ein weitgehend eigenständiger Verein, auf den die AfD nur begrenzt Zugriff hatte.

Siegmund gefeiert

Das Treffen war stark vom Wahlkampf geprägt. Hohm sagte mit Blick auf die Landtagswahl am kommenden Sonntag, man könne in einer Woche in Sachsen-Anhalt Geschichte schreiben. Siegmund, der am Nachmittag eintraf, wurde gefeiert wie ein Popstar. „Es ist das Volk an unserer Seite“, rief er den Teilnehmern entgegen. Er habe in den vergangenen Wochen oft das Wort Hoffnung gehört. „Wir werden hier in Sachsen-Anhalt so oder so Geschichte schreiben.“ Siegmund betonte, er sei auch für den Fall optimistisch, dass die AfD die angestrebte absolute Mehrheit verfehlen würde. „Dann klappt es halt bald in Thüringen, dann klappt es in Brandenburg, dann klappt es in Sachsen“, rief er in den jubelnden Saal.

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