Bei der AfD dagegen herrscht Euphorie. Man habe die „Schallmauer“ von 40 Prozent durchbrochen, sagte Siegmund in einem Video bei X. „Das ist ein riesengroßer Rückenwind.“ Gleichzeitig verweist er darauf, dass eine Umfrage noch kein Wahlergebnis ist. „Und deswegen jetzt bloß nicht nachlassen, bloß nicht zu früh freuen.“
Auch weitere prominente Vertreter der Partei jubeln über die Zahlen. „Ulli, zieh“ durch!“, feuerte etwa Parteirechtsaußen Björn Höcke Siegmund von Thüringen aus an. Dort wird die AfD genauso wie in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.
Vergessen scheinen die Vorwürfe der Vetternwirtschaft, weil AfD-Abgeordnete reihenweise die Familienmitglieder anderer Abgeordneter anstellten. In Sachsen-Anhalt gab es besonders viele Fälle – doch geschadet hat das der Partei nach den Umfragewerten offensichtlich nicht.
In der Bundes-AfD gab es nach Veröffentlichung der Umfrage kaum ein anderes Thema. AfD-Chefin Alice Weidel machte bei „Nius“ auf Nachfrage deutlich, dass sie neben Sachsen-Anhalt auch zwei Wochen später bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit einer absoluten Mehrheit rechnet. „Ja, definitiv. Also wir reden ja hier von der absoluten Mandatsmehrheit, die möglich ist, wenn die anderen Parteien an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Und ich glaube, dass es auch so kommen wird.“ Weidel äußerte die Erwartung, dass es dann aufgrund innerparteilichen Drucks in Berlin zu einem „Ampel-Szenario“ komme, also zu einem Auseinanderbrechen der Regierungskoalition aus Union und SPD.
Ob die AfD in Sachsen-Anhalt ihr Ziel einer Alleinregierung erreichen kann, wird auch davon abhängen, wie viele kleinere Parteien es über die Fünf-Prozent-Hürde und damit ins Parlament schaffen – im Moment würde es in Magdeburg nicht für eine absolute Mehrheit reichen. In der Umfrage kommt die Linke auf zwölf Prozent, die SPD auf sieben. Grüne und BSW liegen bei jeweils vier Prozent – sie würden wie die FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Die FDP, die aktuell mit CDU und SPD regiert, wird wegen niedriger Werte in der Umfrage nicht einzeln ausgewiesen.
