Fahrwerk von 1937
Ältester VW Käfer der Welt fährt wieder
Aktualisiert am 22.10.2025 – 09:26 UhrLesedauer: 4 Min.
Nur noch das Fahrwerk war von einem der ersten Prototypen des Kultautos übrig. Wie ein Sammler aus Hessisch Oldendorf es wieder auf die Straße brachte.
Zugegeben: Viel war von ihm nicht mehr übrig. Dafür hat er wahrlich eine Odyssee hinter sich und sogar den Krieg überstanden. Die Rede ist vom vermutlich ältesten Volkswagen Käfer der Welt. Zu finden ist er bei einem Sammler in Hessisch Oldendorf, der ihn in mühsamer Kleinarbeit wieder aufgebaut hat. Und: Inzwischen ist das Auto sogar wieder für den Straßenverkehr zugelassen. Wie fühlt sich die Fahrt mit dem gut 23 PS starken Fahrzeug an?
„Das ist Fahren im Urzustand, sozusagen back to the roots – und es ist laut“, berichtet Besitzer Traugott Grundmann. Allerdings: „Ab gut 80 Kilometern pro Stunde wird es holprig.“ Laut TÜV sind 100 Kilometer pro Stunde möglich.
Vor allem aber ist es beengt in dem Fahrzeug. „Früher waren die Menschen eben kleiner.“ Wer gut 1,80 Meter groß ist, bekommt bereits Probleme, seine Beine unter dem Lenkrad hindurch zu strecken. Bei Grundmann klappt es noch. Aber um aus der Frontscheibe zu schauen, muss auch er einen Buckel machen.
Gebaut wurde das Auto 1937 als Volkswagen W30 – noch beim damaligen Ingenieurbüro Porsche und mit Unterstützung von Mercedes. Nach den drei nicht mehr existierenden, sogenannten V-Modellen, war es die erste Prototypenserie für den späteren VW Käfer. „Diese 30 Versuchswagen wurden im Auftrag von Ferdinand Porsche für einen großangelegten Straßentest gebaut und gelten als direkte Vorläufer des späteren VW Käfers“, teilte der TÜV Nord mit.
Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Prototypen verschrottet, wie auf Bildern zu sehen ist, die Grundmann in seiner Ausstellung aufgehängt hat. „Man brauchte das Material.“ Gut 56.000 Kilometer war das Fahrwerk mit der Nummer 26 bis dahin unterwegs gewesen – das den Krieg auf wundersame Weise überstand.
