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Gesundheit

ADHS bei Erwachsenen: Trendkrankheit oder unterschätztes Problem?

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Oktober 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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ADHS bei Erwachsenen: Trendkrankheit oder unterschätztes Problem?
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Trend in den sozialen Netzwerken

ADHS bei Erwachsenen – nur Mode oder echtes Problem?


Aktualisiert am 06.10.2025 – 17:27 UhrLesedauer: 5 Min.

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Bei Erwachsenen wird eine Erkrankung mit ADHS häufig erst spät erkannt. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)

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Aufmerksamkeitsstörungen, Unruhe, Impulsivität sind typische Merkmale von ADHS. Immer mehr Erwachsene bekennen sich zu der Erkrankung. Woran liegt das?

Auch bei immer mehr Prominenten sind ADHS-Diagnosen bekannt: Entertainer Stefan Raab, Musiker Justin Timberlake, Schauspielerin Emma Watson, Stand-up Comedian Felix Lobrecht, Kabarettist Ludwig Müller – die Liste ist lang. In den sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok, YouTube und Co. mehren sich ADHS-Outings Erwachsener.

Nehmen ADHS-Erkrankungen tatsächlich zu? Oder ist ADHS zu einer Modekrankheit geworden? t-online hat mit einer ADHS-Expertin über die aktuelle Situation gesprochen.

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Die Entwicklungsstörung beginnt in der Kindheit und ist durch die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und/oder motorische Unruhe gekennzeichnet.

ADHS ist keine Kinderkrankheit: Etwa 50 bis 80 Prozent der im Kindesalter Betroffenen zeigt im Erwachsenenalter Symptome – ein Drittel der Betroffenen sogar das Vollbild der Störung. „Untersuchungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen von ADHS betroffen sind und etwa 2,5 Prozent der Erwachsenen“, sagt Dr. med. Kirsten Stollhoff, Vorsitzende der AG ADHS, einer Arbeitsgemeinschaft von Ärztinnen und Ärzten, die ADHS-Patienten begleiten.

Menschen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen die drei Hauptsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und motorische Unruhe/Hyperaktivität. Sie lassen sich leicht ablenken, können sich schwer konzentrieren, sind unruhiger, ungeduldiger und unachtsamer als andere, vergessen häufig Termine, tun sich schwer mit der Tagesplanung und beschreiben ihr Leben selbst oft als chaotisch, rastlos, getrieben und unorganisiert.

Eine umgangssprachliche Bezeichnung von ADHS ist daher „Zappelphilipp-Syndrom“. Doch: Nicht immer sind von ADHS Betroffene auffällig hyperaktiv.

Besonders bei Erwachsenen fehlt das Symptom Hyperaktivität manchmal oder ist nur schwach ausgeprägt. Viele Betroffene können sich zudem gut auf Dinge konzentrieren, die sie interessieren (Hyperfokus). Deshalb wird der Verdacht ADHS oft verworfen.

Zugleich bringen ADHS-Betroffene viele Stärken mit: Sie sind oft belastbar, haben viel Energie, sind sehr kreativ, begeisterungsfähig, voller Ideen und sprudeln geradezu vor Einfällen und Visionen. Sie lieben Abwechslung, Herausforderungen und Spannung.

„Die klassischen ADHS-Symptome lassen im Erwachsenenalter oft nach, da die Betroffenen lernen, sich zu kontrollieren. Daher zeigt sich die Hyperaktivität oftmals nicht in Form von körperlicher Aktivität, sondern verlagert sich nach innen. Betroffene verspüren oft eine starke innere Unruhe, Anspannung und Gereiztheit und tun sich häufig schwer mit der Impulskontrolle“, erklärt Stollhoff.

„Auch Organisatorisches und zeitliches Planen fallen schwer, etwa an Termine zu denken und diese einzuhalten. Im Kopf ist oft so viel los und die Gedanken springen bei Betroffenen so stark, dass es schwerfällt, sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Oft werden Aufgaben aufgeschoben.“

Die Ursachen für ADHS sind nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass genetische Veranlagung und neurochemische Ursachen zusammenspielen und zu Veränderungen im Gehirn führen. So zeigen sich unter anderem Veränderungen beim Transport des Botenstoffs Dopamin in den Bereichen, die für Gedächtnis und Lernen zuständig sind.

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