Mehrheit befürwortet „Führerschein“

Diese Verletzungen drohen bei E-Scooter-Stürzen besonders häufig


10.09.2026 – 00:00 UhrLesedauer: 3 Min.

Unfallgefahr: Der ADAC hat untersucht, welche Verletzungen am häufigsten vorkommen. (Quelle: ©ADAC/ABGEDREHT)

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle steigt seit Jahren. Eine Auswertung zeigt nun, welche Verletzungen besonders häufig auftreten und welche Rolle Alkohol dabei spielt.

Keine Karosserie, keine Knautschzone: Anders als im Auto haben E-Scooter-Fahrer bei einer Kollision mit einer Bordsteinkante oder einem anderen Verkehrsteilnehmer kaum einen Schutz. Welche Folgen solche Unfälle besonders häufig haben, hat die ADAC Unfallforschung anhand von Unfallzahlen und klinischen Studien untersucht.

Im vergangenen Jahr ereigneten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Deutschland mehr als 16.000 Unfälle mit Beteiligung eines E-Scooters. In fast 15.000 Fällen wurden dabei Menschen verletzt. Binnen vier Jahren hat sich die Zahl der Verunglückten verdreifacht. Besonders deutlich stieg die Zahl der Verletzten in der Altersgruppe zwischen zehn und 18 Jahren.

Zwei Verletzungsmuster fallen besonders auf

Bei der Auswertung klinischer Studien zeigen sich laut ADAC vor allem zwei typische Verletzungsmuster. Häufig betroffen sind zum einen Arme, Schultern und Hände. Zum anderen treten Verletzungen an Kopf und Gesicht auf.

Welche Körperregion getroffen wird, hängt unter anderem davon ab, wie der Fahrer stürzt. Rutscht der E-Scooter beispielsweise seitlich weg, fällt der Fahrer häufig auf Schulter oder Arm. Entsprechend treten bei solchen Unfällen vermehrt Verletzungen an den oberen Extremitäten auf.

Anders sieht es bei einem Frontalunfall aus. Bleibt der E-Scooter etwa an einer Bordsteinkante hängen, kann der Fahrer nach vorn über den Lenker geschleudert werden. Dann entscheidet auch die Reaktion im Moment des Sturzes darüber, welche Verletzungen entstehen.

Alkohol kann die Schutzreaktion beeinträchtigen

Alkohol gehört zu den häufigsten Ursachen von E-Scooter-Unfällen. Nach den Daten, die dem ADAC vorliegen, können nüchterne Fahrer einen solchen Sturz häufig reflexartig mit den Händen oder Armen abfangen. Verletzungen treten dann verstärkt an diesen Körperteilen auf. Unter Alkoholeinfluss können solche Schutzreflexe dagegen beeinträchtigt sein. In diesen Fällen können auch schwere Verletzungen an Kopf und Gesicht entstehen.

Weitere Ursachen für Unfälle sind nach Angaben des ADAC die falsche Nutzung von Fahrbahnen sowie eine nicht an die Situation angepasste Geschwindigkeit. Der Automobilklub empfiehlt deshalb, auf dem E-Scooter grundsätzlich einen Helm zu tragen. Ein Test des Schweizer Automobilklubs TCS habe gezeigt, dass ein Helm die Wahrscheinlichkeit schwerer Kopfverletzungen bei einem Sturz reduzieren kann.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Fahrt mit mehreren Personen auf einem E-Scooter. Durch das zusätzliche Gewicht und die veränderte Fahrdynamik steigt nach Angaben des ADAC die Unfallgefahr. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Zahl der sogenannten Mitfahrer-Unfälle im vergangenen Jahr um 60 Prozent. Betroffen waren hier vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.

Häufiges Bild: Oftmals fahren E-Scooter-Lenker mit einer zweiten Person. (Quelle: ADAC/ABGEDREHT)

Der ADAC sieht beim Thema Sicherheit neben den Fahrern selbst auch die Kommunen in der Verantwortung. Gut ausgebaute Radwege könnten Nutzungskonflikte zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmern verringern und damit zu sichereren Bedingungen für E-Scooter beitragen.

Sicherheitsfrage beschäftigt eine große Zahl an Menschen

Wie stark das Thema Sicherheit die öffentliche Wahrnehmung der E-Scooter inzwischen prägt, zeigen aktuelle Zahlen des Umfrageinstituts YouGov. 73 Prozent der Befragten sprechen sich für eine gesetzliche Helmpflicht aus. 53 Prozent befürworten sie uneingeschränkt, weitere 20 Prozent eher.

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