Zehn Prozent weniger Gewicht

Neue Abnehmpille zeigt starke Wirkung


24.11.2025 – 11:41 UhrLesedauer: 2 Min.

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Tablette (Symbolbild): Orforglipron soll Patienten schneller satt machen und ihre Verdauung verlangsamen. (Quelle: szakalikus/getty-images-bilder)

Bisher nur als Spritze erhältlich, nun auch als Tablette: Der Wirkstoff Orforglipron könnte eine neue Ära der Adipositas-Therapie einläuten.

Wöchentlich zu injizierende Abnehmspritzen wie Ozempic oder Mounjaro sind längst bekannt. Doch viele Patienten wünschen sich eine einfache Alternative in Tablettenform. Jetzt zeigt eine neue Studie: Die orale Version mit dem Wirkstoff Orforglipron hilft stark übergewichtigen Menschen beim Abnehmen, und zwar fast genauso gut wie die Spritze.

Laut der im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie verloren Teilnehmer, die die Abnehmpille über Monate täglich einnahmen, deutlich an Körpergewicht.

Orforglipron ist ein sogenannter GLP-1-Rezeptor-Agonist, also ein Wirkstoff, der an Rezeptoren des körpereigenen Darmhormons GLP-1 andockt. Das Hormon reguliert unter anderem das Hungergefühl, die Magenentleerung und die Insulinfreisetzung. Bislang gab es solche Medikamente fast ausschließlich als Spritze.

Künftig soll Orforglipron als Pille geschluckt werden – ohne nüchtern zu sein oder spezielle Einnahmeregeln zu beachten. Damit ist das Abnehmmedikament deutlich alltagstauglicher.

Mehr als 1.500 Erwachsene aus zehn Ländern nahmen an der Studie teil. Alle waren übergewichtig oder fettleibig und litten zusätzlich an Typ-2-Diabetes. Ergänzend zur Abnehmpille erhielten sie Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen. Die stärkste Wirkung zeigte die höchste getestete Dosis von 36 Milligramm Orforglipron: In 72 Wochen verloren die Teilnehmer damit im Schnitt zehn Prozent ihres Gewichts. In der Placebogruppe waren es nur zwei Prozent.

Zuvor hatte eine andere Studie mit Probanden ohne Diabeteserkrankung einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von zwölf Prozent gezeigt.

Wie bei anderen GLP-1-Medikamenten traten auch bei der neuen Tablette Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verstopfung, Durchfall oder Erbrechen auf. Dies allerdings meist nur zu Beginn der Behandlung. Studienleiterin Deborah Horn nennt die Abnehmpille „hochinteressant“ – insbesondere für Menschen, die eine Spritzentherapie ablehnen. Sollte die US-Arzneimittelbehörde FDA das Medikament zulassen, könnte es deutlich günstiger sein als die bisherigen injizierbaren Alternativen.

Mehrere Pharmafirmen arbeiten derzeit an GLP-1-Wirkstoffen in Tablettenform. Doch nicht alle Programme verlaufen erfolgreich: So stoppte Pfizer jüngst die Entwicklung seiner Abnehmpille Danuglipron wegen möglicher Leberschäden. Der US-Hersteller Eli Lilly – der auch Mounjaro vertreibt – gilt nun mit Orforglipron als klarer Favorit im Rennen um die erste wirksame und sichere Abnehmpille auf dem Markt.

Nach einer möglichen Zulassung könnte Orforglipron frühestens 2026 auch in Deutschland verfügbar sein.

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