Nach Spahn-Rücktritt

„Plump“: Laschet schaltet sich in Debatte um Leihmutterschaft ein


22.07.2026 – 05:22 UhrLesedauer: 2 Min.

Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet: Der CDU-Politiker kritisiert die Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf. (Quelle: IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON/imago)

Die Diskussion um eine Leihmutterschaft in Deutschland schlägt auch nach dem Rücktritt von Jens Spahn hohe Wellen. Armin Laschet meldet sich zu Wort.

Der ehemalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die Rechtsprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf in der Debatte um das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland scharf kritisiert. „Etwas Plumperes, als diese Antwort von Frau Brosius-Gersdorf habe ich noch nicht gelesen“, schrieb Laschet auf der Plattform X. Brosius-Gersdorf hatte zuvor die Haltung der CDU zum Verbot verurteilt.

„Die Union spricht mit dem Verbot der Leihmutterschaft und übrigens auch der Eizellspende in Deutschland Frauen ihr Recht auf Selbstbestimmung ab“, sagte Brosius-Gersdorf der Wochenzeitung „Die Zeit“. Sie wolle einen paternalistischen Staat erhalten, der am besten wüsste, was für Frauen und auch für Leihmütter am besten sei, erklärte die Rechtswissenschaftlerin weiter.

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Armin Laschet kritisiert „plumpe“ Frauke Brosius-Gersdorf

Laschet, der als Abgeordneter für Aachen im Bundestag sitzt, hielt die Aussage von Brosius-Gersdorf nicht für differenziert genug. Der CDU-Politiker legte nach: „Ein Segen, dass sie nicht im höchsten deutschen Gericht sitzt, das über die Werteordnung der Verfassung wacht.“ Die CDU-Fraktion hatte sich erst vor wenigen Monaten dafür ausgesprochen, Brosius-Gersdorf nicht als Richterin für den Bundesgerichtshof zu wählen.

Damals kritisierten zahlreiche Parteimitglieder ihre Haltung zur Abtreibung, zeitweise waren auch Falschmeldungen zu angeblichen Positionen von Brosius-Gersdorf im Umlauf. Der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn hatte die Entscheidung verteidigt, Brosius-Gersdorf entgegen der vorherigen Nominierung durch die Regierungsspitzen nicht zu wählen.

Rücktritt von Jens Spahn: Armin Laschet schweigt zu CDU-Kollegen

Spahn war am Wochenende von seinem Amt zurückgetreten. Zuvor war bekannt geworden, dass er und sein Mann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA Vater eines Sohnes geworden waren. Spahn selbst hatte zuvor eine ablehnende Haltung gegenüber der Leihmutterschaft vertreten. Aus der Bevölkerung, aber auch der Partei selbst hatte es scharfe Kritik gegeben.

Laschet, der mit Spahn gemeinsam dem nordrhein-westfälischen Landesverband angehört, hat öffentlich keine Position zu Spahns Rücktritt bezogen. Spahn selbst hatte Laschet bei seiner Kandidatur um den CDU-Vorsitz im Jahr 2020 öffentlich unterstützt.

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