Es beginnt mit Juckreiz und kann schnell zur lästigen Plage werden. An welchen Symptomen Sie einen Flohbefall erkennen und wie Sie ihn richtig behandeln.
Das Wichtigste im Überblick
Flöhe befallen bevorzugt Haustiere wie Hunden und Katzen. Die Parasiten können aber auch auf Menschen übergehen. Die Folge sind juckende Hautstellen. Wie Sie diese von Stichen oder Bissen anderer Insekten wie etwa Bettwanzen oder Mücken unterscheiden können, erfahren Sie hier.
Flöhe werden im Durchschnitt zwei bis vier Millimeter lang. Sie haben sechs Beine, von denen die hinteren beiden etwas länger sind. Ein besonderes Merkmal ist zudem der seitlich abgeplattete Körper. Aber: Da die Insekten nachtaktiv und lichtscheu sind, bekommen Menschen Flöhe nur selten zu Gesicht.
Für die Nahrungsaufnahme nutzen Flöhe eine Kombination aus Stech- und Saugrüssel. Damit dringen sie leicht in die Haut ein. Korrekter wäre daher, Flohstiche zu sagen, anstatt Flohbisse. Beim Stich leiten Flöhe ihren Speichel in die Wunde. In diesem sind Stoffe enthalten, welche die Blutgerinnung im Einstichbereich verlangsamen. Das erleichtert ihnen die Blutmahlzeit.
In Mitteleuropa gibt es etwa 70 verschiedene Floharten. Jede von ihnen bevorzugt einen bestimmten Wirt, um Blut zu saugen. Die Flohart, die vornehmlich Menschen befällt, der sogenannte Menschenfloh, ist in Mitteleuropa allerdings eher selten geworden. Daher kommt es inzwischen am häufigsten durch den Katzen- oder Hundefloh zu Beschwerden. Aber auch Hühnerflöhe, Rattenflöhe oder Sandflöhe können den Menschen befallen. Dabei kommt ein Sandflohbefall aber nur bei Reiserückkehrern vor, die in Gebieten waren, in denen dieser verbreitet ist (Mittelmeerraum, Südamerika, Afrika).
Der Speichel der Flöhe führt im Körper gleichzeitig zu einer Abwehrreaktion des Immunsystems. Die Folge: Um die Bissstelle schwillt die Haut an, rötet sich und beginnt zu jucken. Allerdings lassen sich Flohstiche nicht immer einfach als solche erkennen, da auch andere Insektenstiche ähnliche Symptome auslösen.
Folgende Hinweise können darauf hindeuten, dass Flöhe die Ursache der Hautirritationen sind:
- Bildung kleiner, rötlicher Beule: Nach einem Flohbiss bildet sich eine rötliche, maximal erbsengroße Verdickung (Papel) oder leichte Schwellung (Quaddel) der Haut. Zudem kann um den Biss ein rötlicher Ring entstehen.
- Roter Punkt in der Mitte: Die Einstichstelle ist teilweise mittig als roter Punkt erkennbar.
- Gruppierung: Flohbisse treten oft in einer geraden Linie oder in einer Ansammlung mehrerer Bisse auf.
- Starker Juckreiz: Flohbisse lösen einen starken Juckreiz aus.
Füße und Beine sind beliebte Ziele für Flohbisse, da sie nachts häufig nicht komplett von Kleidung bedeckt sind. Aber auch die Hüfte, Achselhöhlen, Knie- und Ellbogenbeugen werden häufig gestochen.
- Es gibt Unterschiede: Flohbisse oder Mückenstiche erkennen
- Hartnäckige Schädlinge: Wie Sie Bettwanzen erkennen, bekämpfen und vorbeugen
So behandeln Sie einen Flohbiss
Flohstiche sind vor allem aufgrund des starken Juckens unangenehm, ansonsten aber meist harmlos. Als Sofortmaßnahme gegen den Juckreiz sollten Sie die betroffenen Hautpartien kühlen. Schmerzstillende und kühlende Gels gegen Insektenstiche aus der Apotheke sind ebenfalls empfehlenswert.
Wenn Ihr Körper allergisch auf Flohbisse reagiert (starker Hautausschlag und Schwellungen, unter Umständen sogar Kurzatmigkeit), sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen eine Salbe oder Tabletten mit Antihistaminika verschreiben. Niedriger dosierte Salben, die Antihistaminika, Cortison oder Hydrocortison enthalten, erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke. Mehr Informationen dazu, was Flohbisse beim Menschen lindert, finden Sie in diesem Artikel.
Vermeiden Sie aber in jedem Falle, die Stellen aufzukratzen. Selbst kleine Wunden sind ein Einfallstor für Krankheitserreger, die Entzündungen und Infektionen auslösen können. Die Folge können Fieber, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl sein. Auch in diesem Fall sollten Sie sich dringend ärztlich untersuchen lassen.
Neben einer sogenannten Sekundärinfektion durch das Aufkratzen von Flohbissen können die Parasiten auch gelegentlich direkt Krankheitserreger übertragen. Dazu zählen die Erreger des Fleckfiebers, Kinderlähmung, Borreliose und die Schweinepest. Aber: Aufgrund der guten hygienischen Bedingungen hat die Übertragung von Krankheiten durch Flöhe in Mitteleuropa heutzutage praktisch keine Bedeutung mehr. Vor allem in tropischen Regionen ist das Risiko noch deutlich höher.
Ab und zu können Flöhe hierzulande aber andere Parasiten wie den Gurkenkernbandwurm auf den Menschen übertragen. Insbesondere Kinder sind gefährdet, wenn sie viel mit ihrem infizierten Haustier schmusen und spielen.
Flöhe übertragen das Fleckenfieber vor allem in Gebieten, in denen Menschen und Ratten auf engem Raum zusammenleben. In Deutschland sind jedoch schon seit Jahren keine Fleckfieber-Fälle mehr gemeldet worden.
Flöhe können zudem den Pest-Erreger übertragen. Im Mittelalter hat er dadurch in Europa große Epidemien ausgelöst. Heute ist die Pest in Deutschland nicht mehr zu befürchten. Allerdings treten noch Fälle der Beulenpest in einigen Regionen Afrikas und Asiens auf (etwa im Kongo, China, Indien).
Bei Menschen treten Flöhe meist in Form von Katzen- und Hundeflöhen auf. Gerade wenn Ihr Tier viel draußen unterwegs ist, kann es sich über den Kontakt mit anderen Tieren wie Igeln, Mäusen und streunenden Artgenossen die lästigen Parasiten einfangen und dann auf den Menschen übertragen.
