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Investition in die Zukunft

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Juni 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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Investition in die Zukunft
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Darüber hinaus legen die Geberländer großes Interesse daran, die Voraussetzungen für ein günstiges Investitionsumfeld zu schaffen. Ein neu gegründeter Wirtschaftsbeirat soll künftig Unternehmer aus Geberländern unterstützen, die in der Ukraine investieren wollen. „Dabei geht es zunächst um die Deckung akuter Bedarfe etwa in den Bereichen Verteidigung und Energie, mittel- und langfristig aber auch um den Aufbau von Strukturen und die Bereitstellung qualifizierter Arbeitskräfte“, sagte Christian Bruch, CEO von Siemens Energy und Vorsitzender des neuen Beirats.

Neues Fachkräftebündnis

Besondere Unterstützung bei der Fachkräftegewinnung erhält die Ukraine künftig durch die Skills Alliance for Ukraine, die Entwicklungsministerin Svenja Schulze auf der Konferenz vorstellte. Die Allianz aus mehr als 50 internationalen Organisationen, Ländern und Unternehmen will in den nächsten drei Jahren insgesamt 180.000 ukrainische Fachkräfte ausbilden und fördern. Die Initiative richtet sich vor allem an Jugendliche, Binnenflüchtlinge und Frauen. „Damit leisten wir der Ukraine wichtige Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem Krieg“, sagte die Ministerin. „Egal wie oft Russland Stromleitungen, Krankenhäuser oder Gebäude zerstört, die Ukrainer werden das Wissen und die Fähigkeiten haben, sie wieder aufzubauen.“

Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz werden neue Vereinbarungen zur militärischen Unterstützung der Ukraine sein. Die ukrainische Wirtschaftsministerin Julia Sweridenko brachte es gleich auf den Punkt: Eine der wirksamsten Maßnahmen, um die wirtschaftliche Stärke der Ukraine und damit ihren Wiederaufbau zu fördern, sei eine effektive Luftabwehr, sagte sie. „Die Menschen sind unsere wichtigste wirtschaftliche Ressource. Und sie müssen vor russischen Bomben geschützt werden.“ Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte seinem Gastgeber Olaf Scholz mehrfach für die Hilfe, die sein Land bei der Verteidigung gegen russische Raketen und Drohnen erhalten habe. „Im Moment ist Luftabwehr alles.“

Hilfe für die Ukraine im Energiesektor

Ein Hauptziel der russischen Streitkräfte ist die Energieinfrastruktur. Laut Selenskyj sind durch Bomben bereits neun Gigawatt Leistung verloren gegangen: 80 Prozent der Wärmeproduktion und 30 Prozent der Wasserkraft. Im Fokus der Konferenz soll auch die Anbahnung konkreter Partnerschaften stehen, die dem Wiederaufbau einer widerstandsfähigen Energieinfrastruktur dienen. Auf einer ihrer Reisen in die Ukraine konnte sich Außenministerin Annalena Baerbock selbst ein Bild von den verheerenden Auswirkungen der Zerstörung machen, wie sie berichtete. „Ich habe die Zerstörung durch über 80 Raketen und Drohnen im Wärmekraftwerk Trypillya gesehen – einst eine Lebensader für drei Millionen Menschen, heute eine Ruine.“

Wie halten sich die Ukrainer? Außenminister Dmytro Kuleba vertraut auf das Durchhaltevermögen seiner Landsleute. Wie er auf einem der Eröffnungspodiumsgespräche erzählte, habe er vor einiger Zeit auf der Straße einen jungen Mann getroffen, der auswandern wollte, weil er nicht glaubte, dass sich sein Land von den Zerstörungen erholen könnte. „Also sagte ich zu ihm: Schau dir an, wie Europa nach dem Zweiten Weltkrieg aussah. Die Zerstörung war viel schlimmer. Und trotzdem haben die Leute es geschafft.“ Nach einiger Zeit sah er den Mann wieder. „Ich war überrascht und fragte ihn, warum er noch da sei… ‚Du hast recht‘, antwortete er. ‚In Europa war es viel schlimmer. Das heißt, wir können es auch schaffen.‘“

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