TV-Moderator aus Nürnberg
Frauen als Chefs? Das hielt Hartmann schon 2000 für schwierig
03.11.2026 – 18:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Waldemar Hartmann steht wegen Äußerungen über die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp in der Kritik. Schon vor 26 Jahren lösten seine Aussagen Irritationen aus.
Aktuell steht Waldemar „Waldi“ Hartmann wegen eines Posts über die Linken-Politikerin Elif Eralp in der Kritik. Auf X schrieb der Nürnberger Ex-Sportmoderator, er habe „einfach ein Problem damit, dass eine Regierende Bürgermeisterin der deutschen Hauptstadt Berlin Elif Eralp heißt“. Für diese Aussage erhielt Hartmann massiven Gegenwind, Rassismusvorwürfe wurden laut.
Hartmann wies dies zurück und erklärte, seine Kritik habe sich gegen die Politik der Linken gerichtet. Allerdings ist dieser Fall nicht der erste, bei dem der 78-Jährige mit seinen Aussagen auffällt: Schon vor mehr als 25 Jahren hatte er mit einer Aussage über Frauen in Führungspositionen für Aufsehen gesorgt.
„Schwierig, wenn ein Mann eine Frau als Vorgesetzte hat“
Im Herbst 2000 machte er mit einem Satz über Frauen in Führungspositionen Schlagzeilen. Damals war offenbar unklar, ob er im Rahmen seiner Beschäftigung beim Bayerischen Rundfunk weiter vor der Kamera stehen würde. Die damalige Sportchefin Marianne Kreuzer, zu diesem Zeitpunkt 38 Jahre alt, soll Hartmann als zu alt für weitere Auftritte vor der Kamera eingeschätzt haben.
Der damals 52-Jährige reagierte darauf im „Spiegel“-Interview gereizt und erklärte: „Ich halte es grundsätzlich für schwierig, wenn ein Mann eine Frau als Vorgesetzte hat.“ Ergänzend bekräftige er: „Ich habe noch ein traditionelles Rollenverständnis.“

Hartmanns Aussage löste öffentliche Reaktionen aus. Die damalige ZDF-Moderatorin Maybrit Illner griff seine Haltung in einem Kommentar im „Tagesspiegel“ auf und kritisierte sie scharf.
Auch in jüngerer Zeit geriet Hartmann mit öffentlichen Äußerungen über Kolleginnen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die Schlagzeilen. So hatte er im Juni 2026 ein Foto der ZDF-Sportkommentatorin Claudia Neumann mit Regenbogenbinde geteilt und den Sender als „Fälscherwerkstatt vom Mainzer Märchenberg“ bezeichnet.
Waldemar Hartmann: So ebnete sich sein Weg in Nürnberg
Hartmann, der am 10. März 1948 in Nürnberg geboren wurde, zählt zu den bekanntesten ehemaligen Sportmoderatoren der ARD. Er wuchs in Nürnberg und München auf.

Nach einem journalistischen Volontariat in Augsburg führte ihn sein Weg zum Bayerischen Rundfunk. Dort arbeitete er zunächst im Bereich Politik und Aktuelles und wurde später zu einem der prägenden Gesichter der Sportberichterstattung.
Er moderierte unter anderem die „Sportschau“, zahlreiche Fußball-Welt- und Europameisterschaften sowie die Sendung „Waldis Club“. Sein ARD-Vertrag endete 2012. Seit 2023 ist Hartmann für das Nachrichtenportal NIUS tätig und kommentiert dort regelmäßig politische Themen.