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Gesundheit

Krebs durch Aperol Spritz? Das ist dran am Gerücht aus dem Internet

wochentlich.deBy wochentlich.de1 September 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Gerücht im Faktencheck

Erhöht Aperol Spritz das Krebsrisiko?


Aktualisiert am 01.09.2026 – 07:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Beliebter Sommerdrink: Aperol Spritz besticht durch seine orangerote Farbe. (Quelle: Daniel Vogl/dpa/dpa-bilder)

Im Internet kommt immer wieder die Frage auf, ob der Aperol Spritz gesundheitsschädlich ist. Nicht bei jedem Inhaltsstoff ist die Antwort eindeutig.

Ein erfrischender Aperol Spritz an einem lauen Sommerabend – für viele geht’s gar nicht besser. In sozialen Netzwerken wird an mancher Stelle behauptet, die Farbstoffe des Aperitifs seien extrem giftig und krebserregend. Hier erfahren Sie, wie gesundheitsschädlich Aperol wirklich ist.

Kultgetränk Aperol Spritz

Aperol ist eine Marke der Campari-Gruppe. Der italienische Likör wird gern als Aperitif oder in Cocktails verwendet. Als Aperol Spritz wird eine Mischung mit Prosecco und Mineralwasser bezeichnet.

Aperol Spritz enthält krebserregende Stoffe – stimmt das?

Seine auffällige orangerote Farbe verdankt Aperol den beiden zugesetzten künstlichen Farbstoffen E 110 (Gelborange S) und E 124 (Cochenillerot A), deren Grundstoff Erdöl ist. Die sogenannten Azofarbstoffe gelten als „sehr umstritten“, wie es bei der Verbraucherzentrale Berlin heißt. Sie können demnach bei Menschen, die allergisch auf Aspirin reagieren oder generell anfällig für Allergien sind, zu pseudoallergischen Reaktionen wie Hautrötungen und Asthma führen.

Aber erhöhen sie auch das Krebsrisiko? Die in Lebensmitteln verwendeten geringen Mengen gelten als unbedenklich. Beide Farbstoffe sind zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) werden Zusatzstoffe nur zugelassen, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dazu gehöre unter anderem der Nachweis, dass der Stoff gesundheitlich unbedenklich ist.

  • Rezept: So haben Sie Aperol Spritz noch nie getrunken

Die Dosis macht das Gift

Eine Zulassung gilt vielfach nur für bestimmte Lebensmittelkategorien und begrenzte Höchstmengen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat auch für E 110 und E 124 Grenzwerte für die tägliche Aufnahme festgelegt:

  • Bei E 110 liegt diese maximale Menge bei vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht,
  • bei E 124 beträgt der Grenzwert 0,7 Milligramm.

In Spirituosen wie Aperol dürfen beide Farbstoffe und andere derselben Kategorie in einer Gesamtkonzentration von bis zu 200 Milligramm pro Liter verwendet werden.

So könne eine Person mit einem Körpergewicht von 70 Kilogramm täglich bis zu 490 Milliliter Aperol konsumieren, ohne die empfohlenen Grenzwerte zu überschreiten, erklärt die Verbraucherzentrale. Maßgeblich für diese Rechnung ist der Farbstoff E 124 bei der Annahme, dass bis zu 100 Milligramm pro Liter im Aperol sein können. Das Ergebnis mit knapp einem halben Liter Aperol entspricht etwa acht Gläsern des Sommergetränks Aperol Spritz.

Farbstoffe ungesund, Krebsgefahr aber nicht eindeutig belegt

Dazu, ob und wie stark E 110 und E 124 krebserregend wirken, lieferten Studien unterschiedliche Ergebnisse. Festgestellt wurde nach Angaben der Verbraucherzentrale unter anderem, dass sich das Krebsrisiko bei Mäusen erhöhte – allerdings bei langer Gabe in hoher Konzentration. Trotzdem gehen andere Länder bereits wesentlich restriktiver mit E 124 um. In den USA etwa ist die Verwendung des Farbstoffs in Lebensmitteln gänzlich verboten.

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