Darüber hinaus zeigen sich bei einer Wochenbettdepression folgende Besonderheiten:
- Unfähigkeit, positive Gefühle für das Kind zu entwickeln
- Übermäßige Angst und Sorge um das Wohlergehen des Babys
- Selbstzweifel an den eigenen Fähigkeiten als Mutter und Versagensängste
- Zwangsgedanken (zum Beispiel das Kind zu schädigen)
- Stillprobleme
- starke emotionale Labilität
Typisch ist auch, dass die Mütter Schuldgefühle gegenüber ihrem Baby entwickeln. Sie machen sich Sorgen, weil es ihnen schwer fällt, sich um ihr Kind zu kümmern. Sie können sich oft nicht emotional auf das Neugeborene einstellen. Gleichzeitig haben sie Hemmungen, darüber mit anderen zu sprechen, um nicht als „Rabenmutter“ angesehen zu werden. Das kann dazu führen, dass sie aus Schamgefühl keine Hilfe suchen und versuchen, das Problem mit sich selbst auszumachen.
Auch Suizidgedanken können in schweren Fällen von Wochenbettdepression auftreten. In seltenen Fällen können sich die Tötungsgedanken auch auf das Kind beziehen (Infatizid).
Folgen der Wochenbettdepression für das Baby
„Psychische Erkrankungen der Mutter haben weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder“, sagt Weidner. Bereits im Mutterleib wirke sich die seelische Verfassung der Mutter auf das Wohlbefinden der Ungeborenen aus.
Besonders nach der Geburt sei die Art, wie Mutter und Baby miteinander interagierten, wichtig für die psychische Entwicklung des Kindes. Wenn die enge Bindung durch die mütterliche Erkrankung beeinträchtigt sei, könne das negative Auswirkungen haben, so die Psychiaterin.
Depression nach der Geburt: Ursachen und Risikofaktoren
Warum einige Frauen nach der Geburt an einer Wochenbettdepression erkranken, ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt. Bei der Entstehung einer postpartalen Depression wirken – wie bei depressiven Erkrankungen generell – mehrere Faktoren zusammen.
Als ein wichtiger Faktor wird die Hormonumstellung im Körper der Frau nach der Geburt angesehen. Während die Konzentrationen der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron sinken, steigt der Gehalt des Hormons Prolaktin. Es wird vielfach als Auslöser von Symptomen wie Stimmungseinbrüchen und Anfällen von Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit angesehen. Ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für eine Wochenbettdepression haben Frauen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt unter depressiven Verstimmungen gelitten haben und Frauen, in deren Familie bei engen Verwandten bereits Fälle von Depressionen aufgetreten sind.
Ebenso können bestimmte Schwangerschaftskomplikationen, ein traumatisches Geburtserlebnis und eine fehlende soziale Unterstützung während der Schwangerschaft dazu beitragen, dass junge Mütter nach der Geburt in eine Depression fallen.
Dauer: Wie lange dauert eine Wochenbettdepression?
Ohne Behandlung kann eine Wochenbettdepression vier bis sechs Monate andauern. Einige Anzeichen können sogar noch nach einem Jahr fortbestehen. Bei Frauen, die sich in keine Behandlung begeben, besteht die Gefahr, dass die Depression chronisch wird. Daher ist es wichtig, frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen.