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Sport

Was das eigentliche Problem ist

wochentlich.deBy wochentlich.de26 Juli 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Was das eigentliche Problem ist
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Die Intensität des Spiels hat ein Niveau erreicht, das noch vor einigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Cara Bösl beobachtet dieselbe Entwicklung. „Der Fußball wird definitiv schneller und athletischer“, sagt die Torhüterin. „Aber gleichzeitig steigt auch das athletische Niveau der Spielerinnen. Das ist genau die Entwicklung, die wir wollen.“

Und hier liegt das eigentliche Problem. Die Frage ist nicht, ob der Frauenkörper für den modernen Fußball gemacht ist, sondern ob die Strukturen des Sports mit seiner Entwicklung Schritt halten können. Bei Union sind die Bedingungen klar: Das Frauenteam trainiert zunehmend unter den gleichen Bedingungen wie die Männermannschaft. Bösl und Heiseler haben damit die besten Chancen, möglichst gut auf die Belastung vorbereitet zu werden.

„Genau das passiert nicht überall“

Vereine wie Union Berlin, der FC Bayern oder der VfL Wolfsburg professionalisieren ihre Frauenabteilungen zunehmend, andernorts sieht die Realität noch anders aus. In Teilen der Bundesliga arbeiten Spielerinnen weiterhin neben dem Fußball, studieren oder absolvieren Ausbildungen. Beim Absteiger Carl Zeiss Jena etwa verfügt nur ein Teil des Kaders über Profiverträge.

„Wenn eine Sportart so schnell wächst wie der Frauenfußball, müssen alle Abteilungen im gleichen Tempo mitwachsen“, sagt Bösl. „Genau das passiert aber nicht überall.“ Sie bezieht sich vor allem auf medizinische Abteilungen und klare Strukturen in der Belastungssteuerung: „Ohne sie kann man das Niveau, das heute verlangt wird, langfristig nicht halten.“

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Cara Bösl: Sie ist als Nummer eins gesetzt. (Quelle: IMAGO/Oliver Baumgart)

Für Sportmedizinerin Christiane Wilke ist genau das der Kern des Problems. „Die aktuelle Häufung von Verletzungen ist ein deutliches Zeichen. Spielerinnen brauchen langfristig eine bessere Vorbereitung auf den hochintensiven Sport“, sagt sie.

Anatomische Faktoren spielen durchaus eine Rolle. Doch Wilke hält es für einen Fehler, die Diskussion darauf zu verengen. Frauen besitzen tendenziell ein breiteres Becken, eine dadurch bedingt stärkere X-Beinstellung und eine geringere Stabilität des Bindegewebes. Auch hormonelle Veränderungen im Zyklus können Einfluss auf das Verletzungsrisiko haben.

Aber: „Es spielen Frauen gegen Frauen. Jede Spielerin hat also die gleichen Bedingungen. Der Unterschied liegt in den Voraussetzungen“, sagt sie und zieht einen Vergleich zu den Männern: „Wenn ein Amateurspieler plötzlich in der 2. Bundesliga kicken würde, hätte er dasselbe Problem. Er wäre schlicht nicht ausreichend vorbereitet.“

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