Gründe für das deutsche WM-Aus
So knirschte es hinter den Kulissen
01.07.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 3 Min.
Die DFB-Elf hat das Minimalziel Achtelfinale bei der WM verpasst. Dafür gab es Gründe. Nicht alle waren sportlicher Natur. Was vor und während des Turniers alles schieflief.
Bereits 21 Tage vor dem Anpfiff des Endspiels, dem erklärten Ziel der deutschen Nationalmannschaft, war die Fußball-Weltmeisterschaft für die DFB-Auswahl vorbei. Niederlage im Elfmeterschießen gegen Außenseiter Paraguay, Endstation Sechzehntelfinale. Die erste WM-Endrunde für Bundestrainer Julian Nagelsmann geriet zu einer großen Enttäuschung und verlief kaum besser als die Blamagen von 2018 und 2022, als Deutschland bereits in der Vorrunde ausschied.
Die Ursachen für das sportliche Scheitern sind vielschichtig. Was vor Turnierstart, im WM-Quartier und rund um die Spiele alles andere als optimal lief.
Nagelsmanns Kommunikationsverhalten
Das war nicht erst seit seinem patzigen ZDF-Auftritt im Anschluss an das Ausscheiden ein Thema. Es begann bereits im Vorfeld des Turniers, etwa mit den unnötig kritischen Aussagen über Deniz Undav oder der späten und schlecht kommunizierten Degradierung von Torwart Oliver Baumann im Zuge der Rückholaktion von Manuel Neuer. Zudem sprach er Monate vor dem Turnierstart davon, dass Leon Goretzka, ähnlich wie in den Qualifikationsspielen, bei der WM gute Chancen auf viel Spielzeit habe, obwohl er beim FC Bayern nur die Rolle des Reservisten innehatte. Doch es kam anders, der 31-Jährige stand in keinem Spiel in der Startelf und kam nur zu drei Joker-Einsätzen.
- „Nicht sehr fair“: Hummels offenbar Probleme mit Julian Nagelsmann
- Experte über Nagelsmann: „Abenteuerlich schlecht“
Während des Turniers bemängelten Spieler, dass sie vor Spielen zu spät erfuhren, ob und wo sie spielen würden. Zudem habe es außerhalb der Besprechungen kaum einen Austausch mit dem Trainer gegeben, berichtet die „Bild“.
Auswahl des WM-Quartiers
Das DFB-Basis-Camp in Winston-Salem wurde nach logistischen Kriterien ausgewählt. Die Trainingsplätze waren schnell erreichbar, auch der Flughafen lag in kurzer Distanz.
Doch rund um das etwas abseits gelegene Graylyn-Estate-Hotel mit seinem mittelalterlichen Charme gab es kaum Cafés oder Restaurants. Entsprechend waren die DFB-Stars nur selten außerhalb des Hotels zu sehen. Wie die „Bild“ berichtet, empfanden mehrere Spieler die Unterkunft deswegen als „stinklangweilig“.
Im Video | Nagelsmann fährt Kerner an
Player wird geladen
Anders fiel der Eindruck noch in der Vorbereitungswoche in Chicago aus. Dort wohnte die Mannschaft in einem normalen Hotel in der Stadt. Den Spielern gefiel die dortige Atmosphäre, sie gingen einkaufen, besuchten Cafés und Szene-Hotspots und waren häufig unterwegs. Viele hätten sich demnach ein solches Umfeld auch während des Turniers gewünscht.
