Polizei führt trans Frau ab
Tumult in FKK-Bereich von Freibad
30.06.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 2 Min.
In einem Berner Freibad genießt eine Person im für Frauen reservierten FKK-Bereich die Sonne. Das Problem: Einige Frauen fühlen sich gestört, weil sie die Person nicht als weiblich anerkennen.
Im Berner Marzilibad ist es am Sonntagabend zu einem Tumult gekommen. Wie die Stadt mitteilte, haben herbeigerufene Polizisten eine trans Frau aus einem speziellen Bereich des Freibades in der Schweiz abgeführt.
Der „Paradiesli“-Bereich im Marzilibad ist Frauen vorbehalten. Dort ist FKK möglich, aber nicht vorgeschrieben. Die trans Frau sei einigen Besucherinnen dort unangenehm aufgefallen, erklärte im Nachhinein die Stadt. Es habe Beschwerden über die Person gegeben, „die aufgrund einiger körperlicher Merkmale von anderen Badegästen nicht weiblich gelesen wurde.
Andere Besucherinnen solidarisierten sich der Mitteilung der Stadt Bern zufolge mit der trans Frau. Als die Polizei die Person abführen wollte, sei es zur Eskalation gekommen.
Trans Frau wird abgeführt: Protestzug durch Bern
Die Polizei teilte mit, die trans Frau habe sich aktiv widersetzt, andere anwesende Menschen hätten die polizeiliche Intervention behindert. Im Verlauf des Einsatzes sei eine Beamtin durch eine bislang unbekannte Person tätlich angegriffen und leicht verletzt worden.
Schließlich sei die trans Frau „für weitere Abklärungen“ auf eine Polizeiwache gebracht worden. Als sie im Anschluss frei kam, habe sich ein spontaner, friedlicher Protestzug durch die Berner Innenstadt gebildet.
Stadt Bern bittet um Entschuldigung: Der Ausweis ist entscheidend
Die Stadt Bern hat mittlerweile für den Umgang des Bades mit der Situation um Entschuldigung gebeten. Der Betrieb habe sich fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung entschieden. Die konfliktbeladene Stimmung habe zur falschen Einschätzung geführt.
In einer Stellungnahme erklärte die Direktion für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern: „Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum freiwilligen FKK-Bereich ‚Paradiesli‘.“ Eine interne Orientierungshilfe, die das Sportamt zusammen mit der Fachstelle für Gleichstellung in Geschlechterfragen erstellt habe, helfe dem Personal vor Ort, wenn es Fragen wegen dem Zutritt zu geschlechtergetrennten Bereichen gebe. Die Orientierungshilfe besage, dass im Härtefall das in einem Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht gilt. Im Streitfall am Sonntag war die Sache demnach offenbar eindeutig: „Die betroffene Person erfüllte die Zutrittsregelung.“
