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Finanzen

Mehrheit besorgt um teure „Bio-Treppe“

wochentlich.deBy wochentlich.de24 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Mehrheit besorgt um teure „Bio-Treppe“
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Gebäudemodernisierungsgesetz

Umfrage: Das denken die Bürger über Reiches Heizungsgesetz


24.06.2026 – 17:02 UhrLesedauer: 3 Min.

imago images 0859842806Vergrößern des Bildes

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche (CDU): Die Mehrheit der Bevölkerung ist vom neuen Heizungsgesetz verunsichert. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

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Eine neue Umfrage zeigt, dass die Deutschen vom neuen Heizungsgesetz aus dem Ministerium von Katherina Reiche wenig überzeugt sind. Die meisten sind nach wie vor verunsichert.

56 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gehen davon aus, dass das Heizen mit Öl und Gas bis 2045 unbezahlbar werden wird. Das ist eine der Kernaussagen einer neuen Forsa-Umfrage im Auftrag des Umweltinstituts München, die t-online exklusiv vorab vorliegt. Demnach sind vor allem jüngere Menschen (67 Prozent der 14- bis 29-Jährigen) und Mieter und Mieterinnen (62 Prozent) von einer Kostenexplosion überzeugt.

Die in der repräsentativen Umfrage Befragten sind vor allem nicht davon überzeugt, dass die im neuen Heizungsgesetz geplante „Bio-Treppe“ umsetzbar ist. Damit ist die neue Regelung im Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) aus dem Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gemeint, die vorsieht, dass Öl- und Gasheizungen schrittweise mit immer mehr biogenen Brennstoffen betrieben werden müssen. 69 Prozent der Befragten glauben, dass es vor allem bei Biomethan und Wasserstoff in Zukunft zu Engpässen kommen wird. Nur 25 Prozent sind überzeugt, dass die Versorgung ausreichen wird.

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Gasheizung mit Erdgas- Biogas-Kennzeichnung (Montage). (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Bio-Treppe und Grüngasquote

Die Bundesregierung will den Einbau neuer Öl- und Gasheizungen weiterhin erlauben. Wer aber ab Inkrafttreten des Gesetzes eine neue, fossil betriebene Heizung installiert, muss einen Vertrag für die sogenannte „Bio-Treppe“ abschließen. Dieser soll versichern, dass der Eigentümer einen steigenden Anteil an grünen Gasen oder Heizölen beimischt. Den Vertrag schließt der Eigentümer mit einem Öl- oder Gasversorger ab, geprüft wird er vom Schornsteinfeger. Ab 2029 soll der Beimischungsanteil zehn Prozent betragen, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 dann 60 Prozent. Mehr Details gibt es hier.
Darüber hinaus soll eine Grüngasquote eingeführt werden, die für Bestandsheizungen relevant wird. Diese soll versichern, dass Energieversorger schrittweise mehr grünes Gas im bestehenden Netz beimischen. Hierzu sind aber noch keine Details bekannt.

Bürger bleiben durch neues Heizungsgesetz verunsichert

Die Bundesregierung geht hingegen davon aus, dass die Nachfrage an biogenen Brennstoffen ansteigen wird und auch gedeckt werden kann. Es werde einen wachsenden Markt geben, so die Position der Regierung. In dem Gesetzesentwurf heißt es aber, dass man keine „belastbare Abschätzung der in Zukunft zu erwartenden Kosten“ abgeben könne.

Die Umfrage zeigt zudem, dass es der Regierung bisher nicht gelungen ist, das erklärte Ziel der Planungssicherheit zu erfüllen. So sind 51 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die neuen Regeln Eigentümern weniger Planungssicherheit bieten. Auch aufgeschlüsselt nach der Parteizugehörigkeit zeigt sich eher ein Bild der anhaltenden Verunsicherung: 43 Prozent der Unionsanhänger glauben an mehr Sicherheit durch das neue Gesetz, 38 Prozent sehen das Gegenteil. Unter den SPD-Anhängern glaubt die Mehrheit (46 Prozent) an weniger Planungssicherheit, bei Grünen, Linken und der AfD sind jeweils deutlich über 50 Prozent dieser Meinung.

Dieser Unsicherheit haben im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie am Montag auch einige Beteiligte Ausdruck verliehen. Michael Hilpert vom Zentralverband Sanitär, Heizung und Klima (ZVSHK) berichtete vor dem Ausschuss von verunsicherten Unternehmen, die nicht wüssten, welche Regeln gelten werden. Es dürfe nicht verschwiegen werden, dass fossile Heizsysteme künftig strengeren Anforderungen unterliegen werden. „Damit entstehen neue wirtschaftliche Unsicherheiten für Eigentümer, Betriebe und Verbraucher“, sagte er.

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