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Sport

Ist die WM 2026 nach der Blamage gegen Mexiko schon gelaufen?

wochentlich.deBy wochentlich.de13 Juni 2026Keine Kommentare5 Mins Read
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Ist die WM 2026 nach der Blamage gegen Mexiko schon gelaufen?
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WM 2026: Trainer Hugo Broos muss alles ändern

Die Experten fordern eine radikale Wende


Aktualisiert am 13.06.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 6 Min.

imago images 1078394099Vergrößern des Bildes

Verzweifelt: Südafrikas Trainer Hugo Broos fehlen anch dem enttäuschenden Eröffnungsspiel gegen Mexiko offenbar die Wort. TV-Experten zuhause hatten ähnlich reagiert. (Quelle: IMAGO/Ian Robles/ Eyepix Group/imago)

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Südafrika ist zurück auf der WM-Bühne, doch die „Bafana Bafana“ reist mal wieder als krasser Außenseiter an. Nach dem Auftaktsspiel gegen Mexiko liegt kein Stein mehr auf dem anderen.

Starcomedian Trevor Noah, der aus Südafrika stammt, hat über „seine“ Nationalmannschaft und ihre Fans einmal gesagt: „Das Gute daran, Südafrikaner zu sein, ist: Unsere Herzen sind von vornherein gebrochen. Wir haben ohnehin keine Hoffnung“. Was der ehemalige Moderator der „Daily Show“ meint: So sehr die Fans vom Kap der Guten Hoffnung auch mit ihrer Nationalelf mitfiebern, sie sind ein schwaches Abschneiden gewohnt.

Doch so erbarmungswürdig wie bei der Auftaktniederlage gegen Mexiko hätte wohl auch Noah die „Bafana Bafana“ nicht erwartet. Haarsträubende Schnitzer hinten, harmloses Spiel nach vorn, selbst den TV-Experten im südafrikanischen Fernsehen blieben die Worte nach der Partie im Hals stecken. Nationaltrainer Hugo Broos steht in der Heimat schon jetzt stark in der Kritik: Experten fordern eine taktische Neuausrichtung. Doch ob sie noch einmal die Wende bringen kann?

So hat sich Südafrika für die Weltmeisterschaft qualifiziert

Der Weg nach Nordamerika war ein Ritt auf der Rasierklinge. Südafrika gewann die Quali-Gruppe C – und das trotz eines handfesten Skandals. Teboho Mokoena, eigentlich gesperrt, lief gegen Lesotho auf. Die FIFA wertete das Spiel als 0:3, zog drei Punkte ab und belegte den Verband mit einer Geldstrafe. Plötzlich war Nigeria wieder im Rennen.

Doch „Bafana Bafana“ hielt stand, schlug Ruanda 3:0 und sicherte sich das Ticket. Die Entscheidung fiel erst am letzten Spieltag, weil Hauptkonkurrent Benin gegen Nigeria patzte. Die Mannschaft musste sich nicht nur auf dem Platz beweisen, sondern auch gegen die eigenen Funktionäre. Visa-Probleme vor der Abreise, interne Schuldzuweisungen, öffentliche Kritik – Südafrika qualifizierte sich trotzdem.

Das sind Südafrikas Vorrunden-Gegner in der WM-Gruppe A

Südafrika spielt in der Gruppe A gegen Mexiko, Tschechien und Republik Korea.

  • Mexiko – Mexiko-Stadt, 11. Juni, Endergebnis 0:2): Zum Auftakt im Aztekenstadion ging für Südafrika alles schief, was nur schiefgehen konnte. Ein haarsträubender Fehler im Aufbau schenkte den Mexikanern die Führung. Im Spiel nach vorn offenbarte die „Bafana Bafana“ eine Harmlosigkeit, die beinahe Mitleid erregte. Gegen Tschechien geht es jetzt schon um alles.
  • Tschechien – Atlanta, 18. Juni, 18 Uhr (MESZ): Tschechien bringt europäische Organisation und robuste Zweikampfführung mit. Weite Teile des Kaders spielen regelmäßig bei guten Vereinen in Europas Topligen. Die Defensive steht tief, das Umschaltspiel ist schnell. Für Südafrika heißt das: Geduld, Kompaktheit, auf Fehler warten. Die Chance liegt in der eigenen Fitness und im schnellen Umschalten.
  • Südkorea – Monterrey, 25. Juni, 3 Uhr (MESZ): Die Koreaner sind laufstark, technisch stark, im Angriff variabel. Das Team von Heung-min Son (ehemals beim HSV und Tottenham Hotspur) sucht das Eins-gegen-Eins, attackiert schnell über die Flügel. Für Südafrika wird es darauf ankommen, die Räume eng zu halten und Umschaltmomente zu nutzen.

Die Reiseroute – Mexiko-Stadt, Atlanta, Monterrey – verlangt dem Kader alles ab: Klimawechsel, Flugstress, Höhenunterschiede, wenig Regeneration.

Das sind Südafrikas wichtigste Spieler

  • Ronwen Williams (Mamelodi Sundowns, Marktwert ca. 800.000 Euro): Er ist ein Vorbild für viele junge Südafrikaner. Williams wuchs in schwierigen Verhältnissen auf, wurde bei SuperSport United groß und ist heute der Mann, der im Tor die Nerven behalten soll. wenn es zählt. Im Spielaufbau unter Druck aber nicht immer souverän, das zeigte sich auch im Eröffnungsspiel: Gegen Mexiko war er am ersten Tor alles andere als unschuldig.
  • Teboho Mokoena (Mamelodi Sundowns, Marktwert ca. 2,8 Millionen Euro): Mokoena ist das Herz des Mittelfelds. Im Aufbau als zentraler Mann spielt er gezielt Diagonalbälle hinter die Abwehr, ist der Taktgeber im Ballbesitzspiel. In der Qualifikation stand er im Zentrum eines Skandals, als er trotz Sperre auflief. Die Kritik war heftig, auch privat. Auf dem Platz bleibt er trotzdem einer der wichtigsten Spieler.
  • Lyle Foster (Burnley, Marktwert ca. 8 Millionen Euro): Foster ist der Zielspieler, der Mann für die Tore. In der Premier League hat er sich durchgebissen, bei „Bafana Bafana“ ist er gesetzt. Nach einer mental schwierigen Phase 2023 sprach er offen über Depressionen und Angst: „Es ist wichtig, Menschen zu haben, denen man sich anvertrauen kann.“ Auf dem Platz ist er wieder da, trifft, legt auf, zieht die Abwehr auseinander. Ohne Foster fehlt dem Angriff die Wucht. Seine Durchbrüche und Läufe in die Tiefe sind für das System unverzichtbar.
  • Relebohile Mofokeng (Orlando Pirates, Marktwert ca. 3 Millionen Euro): Mofokeng ist das Versprechen auf die Zukunft. In der heimischen Liga ist er Top-Torschütze und bester Vorlagengeber, seine Pässe hinter die Abwehr und seine eigenen Läufe in die Tiefe sind ein Schlüssel dafür. Technisch stark, spielintelligent, ausgebildet im wichtigsten Fußball-Internet des Landes. Trainer Broos sieht ihn als mitspielenden Neuner: „Seine Qualität ist das Passspiel, nicht das Dribbling am Flügel.“ Gegen schwächere Gegner kann er aber auch außen spielen. Die Bühne der WM soll sein Sprungbrett nach Europa werden.
  • Mbekezeli Mbokazi (Chicago Fire, Marktwert ca. 3,5 Millionen Euro): Der 20-Jährige ist robust, linksfüßig und kompromisslos. Hat sich in der Viererkette festgespielt, besticht durch Ruhe und Sicherheit und könnte mit dem Hannoveraner Ime Okon (22 Jahre) das jüngste Innenverteidiger-Duo der WM stellen. Sein Wechsel in die MLS sorgte für Ärger mit Broos, der lieber einen Transfer nach Europa gesehen hätte. Disziplinprobleme gab es auch: kam zu spät ins Trainingslager und kassierte eine öffentliche Rüge vom Coach.

Das ist der Trainer: Hugo Broos

WM – das kann Hugo Broos. Als eisenharter Innenverteidiger gehörte er 1986 in Mexiko zu jener grandiosen belgischen Mannschaft, die erst im Halbfinale Maradonas Argentiniern unterlag. Broos, zweimal Europapokalsieger mit dem RSC Anderlecht, Afrika-Cup-Sieger mit Kamerun und seit bald 40 Jahren Trainer-Weltenbummler, ist heute 74 Jahre alt, aber immer noch drahtig wie einst und feurig wie immer.

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