Der Brennpunkt im Mittelmeer
Unter der Caldera braut sich etwas zusammen
Aktualisiert am 08.06.2026 – 14:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Vulkane, Plattenverschiebung, Erdbeben: Santorini ist ein Brennpunkt tektonischer Kräfte. Ein Blick auf das Geschehen unter der Erdkruste.
Santorini, auch als Santorin oder Thera bekannt, ist eine faszinierende Vulkaninsel in der griechischen Ägäis. Doch sie wird immer wieder von Erdbeben erschüttert.
Warum Santorini zum Epizentrum von Erdbeben wird, erklärt die geografische Lage des Inselarchipels. Einst ließen gewaltige Eruptionen eine Caldera entstehen, eine kesselförmige Vertiefung der Planetenoberfläche. Ihr westlicher Rand versank teilweise im Meer. Übrig blieben mehrere kleinere Inseln und eine sichelförmige Hauptinsel mit beeindruckenden Steilküsten, die bis zu 300 Meter tief in die Caldera abfallen.
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Die Bewegungen der Erdplatten
Gemeinsam mit den Vulkaninseln Milos und Nisyros bildet Santorini einen Inselbogen hinter der ägäischen Subduktionszone, die südlich von Kreta verläuft. Hier schiebt sich die Afrikanische Platte unter die Europäische Platte, auch Eurasische Platte genannt.
Die Afrikanische Platte bewegt sich dabei stetig nach Norden und trifft auf die Europäische Platte. Diese Kollision hat in der Vergangenheit unter anderem die Alpen aufgetürmt und erzeugt heute große Spannungen entlang der Plattengrenzen.

Heißes Magma steigt aus dem Erdmantel auf
Gleichzeitig treffen am Mittelatlantischen Rücken die Nordamerikanische Platte und die Eurasische Platte aufeinander. Doch anstatt zu kollidieren, driften sie auseinander. Der Grund dafür liegt tief unter der Erdkruste: Heißes Magma steigt hier aus dem Erdmantel auf, kühlt ab und bildet dabei ständig neue Gesteinsschichten.
Dieser Prozess, auch Seafloor-Spreading genannt, führt dazu, dass sich die beiden Kontinentalplatten immer weiter voneinander entfernen. Das treibt die Eurasische Platte auf die Afrikanische Platte zu. Die nach Osten gerichteten Kräfte erzeugen in Mitteleuropa im Untergrund ein Spannungsfeld, welches die Nordwärtsbewegung der Afrikanischen Platte erheblich hemmt.
An der Afrikanischen Platte hängt zudem ein Fortsatz, Adriatischer oder auch Apulischer Sporn genannt, der sich in die Eurasische Platte schiebt.

Ständige Bewegung in der Mittelmeerregion lösen Erdbeben aus
Im Bereich des Apulischen Sporns, der auch als Apulische Platte bezeichnet wird, verstärken diese Kräfte den Druck auf die Erdkruste erheblich. Dies führt zu einer ständigen Bewegung und Verformung des Untergrunds in der Mittelmeerregion. Entlang der Plattengrenzen, wo die Erdkruste durch tektonische Bewegungen unter Spannung steht, kommt es infolgedessen zu Erdbeben.
