Das Handy der Angeklagten im Fall Fabian
Sexualisierte Witze und Selbstmitleid
Aktualisiert am 09.06.2026 – 20:03 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Mordprozess um den getöteten Fabian liefern Handydaten der Angeklagten brisante Hinweise. Eine mysteriöse Handypause und eine ungewöhnliche Google-Suche erhärten den Verdacht gegen Gina H.
Am zehnten Prozesstag im Mordfall Fabian sind am Dienstag die Auswertungsergebnisse des Handys der Angeklagten vorgestellt worden. Die 30-jährige Gina H. habe ihr Smartphone intensiv genutzt und innerhalb von viereinhalb Tagen unter anderem 1.100 Sprachnachrichten verschickt, 207 Telefonate geführt und mehr als 3.100-mal Messengerdienste genutzt, sagte der für die Auswertung verantwortliche Polizeibeamte und Digitalforensiker am Landgericht Rostock.
Brisant: Am mutmaßlichen Tattag, dem 10. Oktober 2025, nahm Gina H. um 10.43 Uhr in unmittelbarer Nähe von Fabians Haus ein Foto von ihrem Auto auf. Kurz danach, um 10.51 Uhr, nutzte der Achtjährige das letzte Mal in seinem Leben sein Handy – die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Gina H. das Kind abgeholt hat, um es zu ermorden.
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Ihr eigenes, voll geladenes Handy schaltete Gina H. eine halbe Stunde später ab. Zwischen 11.22 Uhr und 12.42 Uhr blieb das Gerät fast anderthalb Stunden aus.
„Fressen Wildschweine tote Menschen?“
„Dies ist ein besonderes Ereignis, weil das sonst überhaupt nicht stattfindet“, erklärte im Prozess der Polizist, der dem Gericht die Auswertung der Handydaten vorstellte. Das Handy von Gina H. sei ansonsten nur ein einziges Mal drei Minuten lang ausgeschaltet gewesen, kurz nach dem Kauf des Smartphones.
Anhand der Auswertung von WhatsApp-Nachrichten und Fotos konnte zudem belegt werden, dass sie am mutmaßlichen Tattag ihr Auto reinigte. Vier Tage später, als die verbrannte Leiche des Jungen an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) gefunden wurde, behauptete sie hingegen, dass sie das Auto seit Langem nicht gereinigt habe.
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Auch weiteres erscheint verdächtig: Am Morgen nach Fabians Ermordung googelte H.: „Fressen Wildschweine tote Menschen?“ Und am 13. Oktober, also einen Tag vor dem Auffinden des Leichnams, chattete sie unter anderem mit einem Bekannten. Beide tauschten sich über eine Suchaktion der Polizei am Inselsee aus, wo Spürhunde angeschlagen hatten. Dabei wies die Angeklagte von sich aus darauf hin, dass Wasserleichen keine DNA-Spuren aufwiesen, und auch Brandleichen wenig DNA-Spuren hätten.
