Struktureller Wandel der Großwetterlage
„Wüstentage“ voraus – nächste Hitzewelle kommt
Aktualisiert am 09.06.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 3 Min.

Während Schauer und Gewitter über Deutschland hinwegziehen, krempelt sich die Großwetterlage über dem Atlantik um. Das hat weitreichende Folgen für Europa.
Das Wetter in Deutschland stellt sich aktuell um. Die Front eines Tiefdruckgebiets bringt Schauer und Gewitter. Auch Blitzschlag und Hagel sind möglich. Örtlich sind auch unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen. Doch die Abkühlung wird Prognosen zufolge von kurzer Dauer sein. Zentrale Wettermodelle rechnen ab dem kommenden Wochenende mit deutlich steigenden Temperaturen. Die nächste Hitzewelle steht bevor.
Auf den Wetterkarten zeichnet sich bereits die nächste Veränderung ab. Ein Azorenhoch dehnt sich nach Mitteleuropa aus und drängt die Frontalzone auf dem Atlantik nach Norden ab. Damit geraten Deutschland, Österreich und die Schweiz zunehmend unter Hochdruckeinfluss.
Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt für t-online: „Nach den langen Wochen, in denen ein hartnäckiges Islandtief eine Tiefdruckserie nach der anderen über uns hinweg geschickt hat, dreht das Wettergeschehen pünktlich zum Wochenende.“
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Erster „Wüstentag“ des Jahres in Sicht
Die Temperaturen steigen ab dem Samstag deutlich an. „Anfang bis Mitte kommender Woche legt die Sonne dann richtig los“, so Jung. Verbreitet seien dann 28 bis 32 Grad zu erwarten. „Südlich einer Linie von Köln bis Dresden wird es am heißesten – dort sind örtlich 34, in den Tälern am Oberrhein und in der Lausitz auch bis zu 35 Grad drin.“ Damit rücke der erste „Wüstentag“ des Jahres in greifbare Nähe, prognostiziert der Wetterexperte. Diesen Begriff nutzen Meteorologen, wenn die 35-Grad-Marke geknackt wird.
Jung erklärt: „Die Hochdruckblase soll sich etwa bis zum 17. Juni halten, weil sich das Azorenhoch mit einem Hoch über Osteuropa zu einer regelrechten Wärmebrücke verbindet – meteorologisch eine blockierende Lage, die Tiefs zwingt, weit nach Norden auszuweichen.“ Erst danach gebe es Andeutungen, dass wieder Tiefausläufer mit Schauern und Gewittern angreifen und die Temperaturen kurzzeitig auf 20 bis 24 Grad drücken könnten.

Hitzewelle laut Wetterprognosen sehr sicher
Das Spannende an dieser Wetterlage sei die erstaunliche Sicherheit in den Prognosen, betont Jung. „Sonst rechnen das europäische Modell (ECMWF) und das amerikanische (GFS/NOAA) bei solchen Umschwüngen gern gegeneinander. Diesmal ziehen sie ausnahmsweise am selben Strang: Beide bauen für die kommende Woche eine stabile Hochdruckbrücke über Mitteleuropa auf.“
