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Finanzen

Mäzen Reinhard Ernst fordert Reformen ohne Ausreden

wochentlich.deBy wochentlich.de30 Mai 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Mäzen Reinhard Ernst fordert Reformen ohne Ausreden
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Bei Kindern und Bildung. Ich verstehe bis heute nicht, warum Kindergärten und Krippen in Deutschland nicht kostenfrei sind. Eltern sollen arbeiten, Kinder bekommen – und gleichzeitig kosten Kitas oftmals mehrere Hundert Euro im Monat. Das passt doch nicht zusammen! Da würde ich sofort sagen: Dafür zahle ich gerne mehr Steuern. Wenn ich wüsste, das Geld landet wirklich dort.

Wie blicken Sie derzeit auf Deutschland?

Ja, wir haben Probleme. Aber ich glaube, dass vieles dramatisiert wird. Dass viele Unternehmer und Firmen sich schnell beklagen, nicht zuletzt damit der Staat hilft. Was mir allerdings große Sorgen macht, ist die gesellschaftliche Entwicklung: Die Menschen verlieren Vertrauen in Politik und Institutionen. Gleichzeitig treiben soziale Medien die Gesellschaft immer weiter auseinander.

Diese ständige Aggressivität, diese Beleidigungen, dieses Schwarz-Weiß-Denken. Früher gab es das in dieser Form nicht. Heute wird alles sofort emotionalisiert, radikalisiert – und das anonym. Ich sage: Soziale Medien müssen ganz klipp und klar reguliert werden. Jeder sollte zu dem stehen, was er oder sie sagt. Sonst kippt die gesellschaftliche Stimmung vollends.

Eine Regulierung sozialer Medien ist extrem komplex, das ist ein Thema, bei dem die Politik aktiv werden müsste.

Richtig, das Problem ist: Ihr fehlt häufig der Mut, Reformen wirklich anzugehen, nicht zuletzt, weil sie den Druck der großen amerikanischen Firmen und der amerikanischen Politik fürchten.



Soziale Medien müssen klipp und klar reguliert werden. Sonst kippt die gesellschaftliche Stimmung vollends.


Unternehmer Reinhard Ernst


Nennen Sie ein weiteres Beispiel.

Wir haben in Deutschland ein enormes Bürokratieproblem. Immer neue Vorschriften, immer neue Meldepflichten. Als Unternehmer erlebt man ständig Vorgänge, bei denen man sich fragt: wofür eigentlich? Und gleichzeitig hat man oft das Gefühl, dass Politik nur noch kurzfristig reagiert, statt langfristig Weichen zu stellen. Ich möchte den Politikern nicht den guten Willen absprechen, Bürokratie abzubauen, aber das Problem ist, dass sie das Abbauen nicht selbst in der Hand haben. Das sollte von unserem Verwaltungsapparat gemacht werden. Dass sich die Verwaltung selbst abbaut, halte ich für schwierig umzusetzen. Natürlich ist es machbar und es muss unbedingt vorangehen. Aber es müssen grundsätzliche Veränderungen stattfinden. Das dauert alles viel zu lange.

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