Anschlagspläne des IS in Deutschland
17-Jähriger in Hamburg unter Terrorverdacht festgenommen
Aktualisiert am 11.05.2026 – 16:49 UhrLesedauer: 2 Min.
In Hamburg ist ein 17-Jähriger festgesetzt worden. Er soll einen Terroranschlag vorbereitet haben, so die Ermittler.
Wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags haben Spezialkräfte der Polizei in Hamburg einen 17-Jährigen festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft der Hansestadt am Montag mitteilte, soll er eine Attacke auf Ziele wie ein Einkaufszentrum oder eine Polizeiwache ins Auge gefasst haben. Zu seinem Plan inspiriert worden sein soll er demnach durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).
Der Jugendliche soll dafür unter anderem Dünger, Grillanzünder, eine Sturmhaube und ein Messer beschafft haben. Laut Staatsanwaltschaft wollte er möglicherweise einen Sprengsatz bauen, Molotowcocktails einsetzen oder Menschen mit einem Messer angreifen.
Spezialeinsatzkräfte der Hamburger Polizei nahmen den Verdächtigen bereits am 7. Mai fest, teilten die Behörden mit. Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten die genannten Gegenstände sicher.
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Die IS-Miliz kontrollierte frühere weite Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im benachbarten Irak. Auf das Konto ihrer Anhänger gehen außerdem zahlreiche tödliche Attacken in westlichen Ländern, darunter in Deutschland. Dazu gehören ein mit einem Lastwagen verübter Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 und ein Messerangriff auf ein Stadtfest in Solingen im Jahr 2024.
Erhöhte Anschlagsgefahr seit Iran-Krieg
Seit Beginn des Iran-Kriegs verzeichnen die Behörden europaweit eine erhöhte Anschlagsgefahr. So kam es etwa in den Niederlanden zu einem Anschlag auf eine jüdische Schule und in Großbritannien zu einem Brandanschlag auf Rettungsfahrzeuge einer jüdischen Hilfsorganisation. Im Zuge eines Anschlags auf einen aus dem Iran stammenden IT-Experten der niederländischen Polizei gab es eine Festnahme in Dortmund.
Zu den Anschlägen bekannte sich eine bislang unbekannte Gruppe, die dem Iran zugerechnet wird: Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI).
Zugleich beobachteten die Sicherheitsbehörden eine neue Tendenz: Die möglichen Attentäter werden für Beträge von wenigen hundert Euro im Netz angeworben, etwa auf Gaming-Plattformen. Fachleute sprechen von Wegwerfagenten.
