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Unterhaltung

US-Dirigent mit 81 Jahren an Hirntumor gestorben

wochentlich.deBy wochentlich.de26 April 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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US-Dirigent mit 81 Jahren an Hirntumor gestorben
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Star-Dirigent

US-Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Aktualisiert am 24.04.2026Lesedauer: 2 Min.

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Der Dirigent Michael Tilson Thomas arbeitete mit den bedeutendsten Orchestern in den USA und in Europa. (Quelle: Kevin Wolf/AP/dpa)

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch Michael Tilson Thomas arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben.

Der amerikanische Dirigent Michael Tilson Thomas, der mit den bedeutendsten Orchestern in den USA und in Europa gearbeitet hat, ist tot. Nach Mitteilung der San Francisco Symphony starb der an einem Gehirntumor erkrankte Dirigent in seinem Haus in der Westküstenmetropole San Francisco. Thomas wurde 81 Jahre alt.

Der in Los Angeles geborene Musiker hatte 1974 sein Debüt an der San Francisco Symphony gegeben. Von 1995 bis 2020 war er Chefdirigent des berühmten Orchesters. In seiner langen Zusammenarbeit mit der San Francisco Symphony dirigierte er dort fast 1.800 Konzerte. 2021 war bei dem Dirigenten, Pianisten und Komponisten Hirnkrebs diagnostiziert worden. Er unterzog sich einer Operation, im Jahr darauf teilte er mit, dass die Diagnose Glioblastom lautet – eine besonders aggressive Form des Hirntumors.

Im Kampf gegen die schwere Erkrankung sah es zeitweise so aus, als könne Thomas die Oberhand behalten. Er gab Konzerte in den USA und Europa. Im September 2024 eröffnete er die Spielzeit an der New Yorker Philharmonie mit Gustav Mahlers „Fünfter Symphonie“. Auch unterrichtete Thomas in San Francisco wieder am Musikkonservatorium.

Doch im Februar 2025 teilte er mit, dass der Krebs zurückgekehrt sei. Seinen letzten öffentlichen Auftritt als Dirigent hatte Thomas im April 2025 in San Francisco. Er galt als äußerst vielseitiger Dirigent. Geschätzt unter anderem für seine technische Brillanz, war er zugleich ein einfühlsamer Pianist und großartiger Lehrer. Zudem schuf er ein kleines, aber herausragendes Werk an Kammermusik und Liedern für Gesang und Orchester. Eine Aufnahme seiner Liederzyklen „Aus dem Tagebuch der Anne Frank“ und „Meditationen über Rilke“ mit dem San Francisco Symphony Orchestra wurde 2021 mit dem Grammy Award für das beste klassische Album ausgezeichnet.

Daneben brachte der zwölffache Grammy-Preisträger mehr als 140 Plattenaufnahmen mit bekannten Orchestern heraus. Er war 1987 auch Mitbegründer des Orchesters New World Symphony in Miami, das aus hochbegabten Absolventen von Musikakademien besteht. 2012 trat Thomas beim Bonner Beethovenfest mit dem legendären London Symphony Orchestra auf. Beethoven gehöre zu seinen bevorzugten Komponisten, sagte Thomas damals der Nachrichtenagentur dpa.

Früh bekannte sich Thomas außerdem zu seiner Homosexualität – in einer Zeit, als dies in der Welt der klassischen Musik tabuisiert war. In seiner Wahlheimat San Francisco wurde er damit zu einer Art lokalen Berühmtheit, wie die „New York Times“ in einer Würdigung des Dirigenten vermerkt. Seine Rolle als Dirigent beschrieb Thomas in Anlehnung auf eine Zeile aus dem James-Brown-Song „Cold Sweat“ einmal so: „Man muss 100 Leute dazu bringen, sich darauf zu einigen, wo wir gerade wirklich stehen.“

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