Was wirklich hilft
Vielen vermiest diese Phobie den Urlaub
25.04.2026 – 07:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Fliegen gilt als sicherstes Verkehrsmittel – trotzdem haben viele Menschen Angst davor. Experten warnen: Wer das Problem verdrängt, macht es oft schlimmer.
Rund jeder achte Deutsche leidet unter Flugangst, jeder Vierte fühlt sich zumindest unwohl. Das zeigt eine aktuelle Mitteilung des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). Experten raten dazu, die Angst frühzeitig anzusprechen, denn sie lässt sich gut behandeln.
Viele Betroffene sprechen ihre Flugangst erst an, wenn der Leidensdruck hoch ist. „Flugangst wird in der reisemedizinischen Beratung tatsächlich nur sehr selten thematisiert“, sagt BCRT-Chef Tomas Jelinek. Oft suchen Menschen erst Hilfe, wenn eine Reise bereits geplant ist und sie das Fliegen nicht mehr vermeiden können. Dabei betrifft das Problem Männer und Frauen gleichermaßen. Jüngere Menschen unter 30 Jahren leiden deutlich seltener darunter.
Ärzte ordnen Flugangst als sogenannte spezifische Phobie ein. Das bedeutet: Die Angst tritt nur in einer bestimmten Situation auf. „Sie wird in der Regel erst dann erlebt, wenn Betroffene tatsächlich mit der Flugsituation konfrontiert werden, ähnlich wie bei anderen situationsgebundenen Ängsten, zum Beispiel der Schlangenphobie“, erklärt Psychiater Helmut Müller-Ortstein. Im Alltag verspüren Betroffene meist keine Beschwerden. Genau deshalb vermeiden viele die Situation komplett. Langfristig verschärft dieses Verhalten die Angst jedoch.
Flugangst zeigt sich sehr unterschiedlich. Manche Menschen fürchten einen Absturz oder technische Probleme. Andere erleben Kontrollverlust, weil sie das Flugzeug nicht verlassen können. Wieder andere leiden unter Klaustrophobie – also Angst vor engen Räumen – oder Höhenangst. Häufig steckt auch eine andere Angststörung dahinter, etwa eine Panikstörung. Dabei kommt es plötzlich zu intensiven Angstattacken mit körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Atemnot, Schweißausbrüchen oder Schwindel.
Experten sehen Flugangst oft als erlernte Reaktion. Negative Erfahrungen wie starke Turbulenzen können sie auslösen. Auch Berichte über Flugunfälle oder persönliche Belastungen spielen eine Rolle. „Hinter Flugangst können sich ganz andere persönliche Probleme verbergen“, so Müller-Ortstein. Dazu zählen etwa Stress oder Beziehungskrisen, die ein Gefühl von Unsicherheit verstärken.
