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You are at:Home»Finanzen»Ökonom warnt vor Folgen von Trumps Fed-Angriff
Finanzen

Ökonom warnt vor Folgen von Trumps Fed-Angriff

wochentlich.deBy wochentlich.de12 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Ökonom warnt vor Folgen von Trumps Fed-Angriff
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Wird Geldpolitik politisiert, verliert die Fed vor allem in Stabilitätskrisen ihren Handlungsspielraum: Jede massive Liquiditätsspritze stünde unter dem Verdacht, fiskalische Interessen zu bedienen. Das schwächt ihre Fähigkeit, Finanzmärkte verlässlich zu orientieren, weil Vertrauen – die wichtigste Ressource einer Zentralbank – verloren geht.

Was würde diese Entwicklung für Europa und für Deutschland bedeuten?

Für Europa und Deutschland hieße das, sich auf eine Welt einzustellen, in der die USA nicht mehr automatisch als globaler Stabilitätsanker fungieren. Finanzielle Schocks könnten schneller international überspringen, weil die wichtigste Krisenfeuerwehr der Welt – die Fed – an Glaubwürdigkeit verliert.

Gleichzeitig könnte der Euro als internationale Reservewährung an Bedeutung gewinnen. Schon jetzt sehen wir, dass der Euro als Reservewährung weltweit attraktiver wird und von der Schwäche des Dollars profitiert.

Trump sagt, er will das Leben in den USA wieder erschwinglicher machen, deshalb müssten die Leitzinsen sinken. Hat er damit recht?

Trumps Argument greift zu kurz. Ein wesentlicher Treiber der steigenden Preise sind die Fiskalpolitik – schon unter Biden – und seine hohen Zölle. Die USA sind stark auf Importe angewiesen, insbesondere aus China und Europa. Zinssenkungen würden die importbedingte Inflation über einen Nachfrageschub noch einmal verstärken. Der Verweis auf die Fed lenkt daher vom eigentlichen Problem ab: seiner expansiven Fiskal- und Steuerpolitik und seiner abschottenden Handelspolitik.

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Zentralbank politisch gesteuert wird. Was lässt sich aus den Erfahrungen jener Länder ableiten, in denen Regierungen verstärkt die Kontrolle übernahmen?

Politisch beeinflusste Zentralbanken sind kein neues Phänomen. Die Lehre aus solchen Fällen ist eindeutig: Kurzfristige Wachstumsimpulse werden oft mit langfristiger Instabilität bezahlt. Besonders problematisch wird es, wenn Geldpolitik politisiert und Transparenz untergraben wird. Sinkendes Vertrauen führt dazu, dass Investoren sich zurückziehen und Währungen unter Druck geraten.

Unabhängige Zentralbanken sind daher kein technisches Detail, sondern eine zentrale Voraussetzung für stabile Volkswirtschaften – auch wenn die USA als größte Ökonomie der Welt und militärisch stärkste Kraft mit Blick auf die Finanzmärkte länger damit leben könnten.

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