Temperaturen sind „lebensbedrohlich“
Obdachlose Menschen: Hilfsorganisationen warnen vor eisiger Kälte
08.01.2026 – 06:55 UhrLesedauer: 1 Min.
Hilfsorganisationen schlagen Alarm angesichts zweistelliger Minusgrade in den kommenden Nächten. Wie Menschen helfen können.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Berliner Stadtmission haben die Bevölkerung aufgerufen, in der aktuellen Kältewelle besonders auf obdachlose Menschen zu achten. Karsten Hintzmann, Sprecher des DRK-Landesverbandes, betont: „Bitte schauen Sie nicht weg.“
In den kommenden Nächten werden in Berlin teils zweistellige Minusgrade erwartet. „Das Leben auf der Straße bei solchen Temperaturen ist immer lebensbedrohlich“, warnt Hintzmann. Er fügt hinzu: „Es ist unzumutbar, draußen zu schlafen.“
Das Rote Kreuz setzt zwei Wärmebusse ein. Diese sind täglich zwischen 18 und 24 Uhr unterwegs. Die Stadtmission unterstützt die Aktion mit drei weiteren Bussen. Diese fahren von 20 bis 2 Uhr.
In besonders kalten Nächten gingen in der Vergangenheit rund 120 Anrufe ein, sagte Sprecherin Barbara Breuer. Die Teams versorgen obdachlose Menschen mit warmen Getränken, Schlafsäcken und Isomatten.
Von Dezember bis März stehen in Berlin 1.144 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Die Stadtmission schätzt jedoch die Zahl der Obdachlosen auf 6.000. „Wenn es so kalt ist, drängen viel mehr Leute in die Notübernachtungen“, erklärt Breuer.
Breuer empfiehlt Bürgern, hilfsbedürftige Personen auf der Straße anzusprechen. Sie betont: „Wenn man sieht, dass jemand blau ist, nicht mehr atmet, nicht mehr reagiert, sofort den Notruf anrufen.“
