Vor dem Bankgebäude spielen sich im weiteren Tagesverlauf emotionale Szenen ab: Einige Familien kommen zusammen, dabei fließen auch Tränen. Eine weinende Frau sagte dem dpa-Reporter, dass ihre Familie große Mengen an Bargeld und Gold in einem Schließfach aufbewahrte. Ihre Familie habe 40 Jahre dafür gearbeitet und gespart. Einige der versammelten Kunden gingen davon aus, dass der Inhalt ihres Schließfachs bis zu einer gewissen Höhe versichert sei.
Ein 28-Jähriger vor Ort sagte zu „Bild“, er habe seit Jahren ein großes Fach im Tresorraum der Sparkasse. „Mein ganzes Leben ist da drin. Auch meine Mutter hat ein Wertfach neben meinem. Wir haben immer alles gespart und dort zur sicheren Aufbewahrung hingebracht“, soll er weinend gesagt haben. Schmuck, Bargeld und Edelmetalle hätten bei der Bank gelegen. „Wenn das alles weg ist, fangen wir wieder bei null an“, sagte der Mann. Ein Ehepaar erklärte der Zeitung: „Wir haben unsere eigene Altersvorsorge und eine Grundlage für das Leben der nächsten Generation dort drin.“ Wenn alles weg sein sollte, wüssten die Eltern von fünf Kindern nicht, wie es weitergehen solle.
Ein Sprecher der Bank erklärt: „Grundsätzlich hat die Sparkasse Gelsenkirchen jedes Fach mit 10.300 Euro versichert“. Darüber hinaus bestehe für die Kunden die Möglichkeit, über die Bank oder individuell eine höhere Versicherungssumme abzuschließen. Die Sparkasse Gelsenkirchen befinde sich bereits im Gespräch mit der Versicherung. Ziel sei, die Filiale an diesem Dienstag wieder zu öffnen und Betroffenen Informationen zu geben. „Wir wollen die Kunden unterstützen, welche Unterlagen sie vorlegen müssen“, erläuterte der Sparkassen-Sprecher.
Nach der Spurensicherung der Polizei müsse nicht nur festgestellt werden, welche Schließfächer aufgebrochen worden sind. Es sollen auf dem Boden des Tresorraums auch Unterlagen verstreut liegen, die erst einmal gesichtet und an anderer Stelle aufbewahrt werden müssten, erklärte der Sparkassen-Sprecher.
Auf einem von der Polizei veröffentlichten Foto sind zahlreiche auf den Boden geworfene Akten in dem Archivraum zu sehen. An den Wänden rechts und links stehen Holzregale. In der Mitte an der Wand klafft das kreisrunde Loch zum Tresorraum in der Wand. Auch zahlreiche Ziegelsteine fehlen an der Stelle.
