2. November 2022. Die „Bild“-Zeitung titelt: „Investor will Galeria Kaufhof retten.“ Das Boulevardblatt zitiert den Unternehmer Markus Schön: „Wir glauben an die Zukunft dieser Traditionsmarke in Kombination mit unserer Online-Erfahrung und könnten dabei helfen, Tausende Arbeitsplätze zu erhalten!“
Erst einen Tag zuvor hatte Galeria Karstadt Kaufhof den Start eines sogenannten Schutzschirmverfahrens angekündigt. Das ist ein spezielles Insolvenzverfahren, bei dem die Geschäftsführung an Bord bleibt, aber eine Insolvenzverwaltung beratend zur Seite steht, mit dem Ziel, das Unternehmen zu sanieren. In diesem Fall sind das Arndt Geiwitz und sein Kanzleikollege Patrick Wahren. Geiwitz war bereits beim ersten Galeria-Insolvenzverfahren tätig, viele kennen ihn auch als Insolvenzverwalter der Schlecker-Märkte.
„Erst als die Bild-Zeitung über unser Interesse berichtete, entstand Gesprächsbereitschaft“, sagt Schön. Dennoch dauerte es, bis ein Gespräch mit der Galeria-Geschäftsführung zustande kam. Ein Gespräch, das am 14. November 2022 stattfinden sollte, wurde laut Schön kurzfristig abgesagt. Begründet wurde es damit, dass die GKK-Geschäftsführung keine Vertraulichkeitsvereinbarung abschließen wollte, wie das bei solchen Gesprächen oftmals üblich ist. Schließlich traf man sich am 30. November 2022, auch ohne eine von Galeria unterzeichnete Verschwiegenheitsvereinbarung. Nur Schön hatte sie für buero.de unterschrieben, ihre Frist ist am 1. Dezember 2025 ausgelaufen.
Schön sagt: „Von der ersten Kontaktaufnahme Mitte Oktober bis zum Gespräch hat es fast anderthalb Monate gedauert.“ Er sei damals „irritiert“ darüber gewesen, beteuerte in Mails, dass sein Unternehmen buero.de „sehr schnell handlungsfähig“ sei.
Inwieweit diese Angaben stimmen, lässt sich rückblickend nicht mehr vollständig rekonstruieren. Viele Beteiligte sind nicht mehr bei Galeria tätig, eine Konfrontation war daher nur schwer möglich. So musste Miguel Müllenbach im März 2023 seinen Posten als Geschäftsführer räumen.
Geiwitz beziehungsweise Wahren wollen sich nicht äußern. Auf einen Fragenkatalog von t-online antwortete Wahren nur knapp: „Zu den Insolvenzvorgängen 2022 werden wir keine weiteren Stellungnahmen abgeben. Zu den Vorgängen hat die GKK, soweit es aus Gründen der Vertraulichkeit vertretbar war, Stellung bezogen.“
