Neue Prognose
So hoch wird Ihre Rente steigen
Aktualisiert am 19.11.2025 – 16:06 UhrLesedauer: 4 Min.
Noch streitet sich die Union über das geplante Rentenpaket. Doch die Regierung verbreitet Zuversicht, dass es bald kommt. Wie wirkt es sich für Rentner, Beitrags- und Steuerzahler aus?
Der im Bundeskabinett beratene Rentenversicherungsbericht 2025 zeigt, dass die gesetzlichen Renten in den kommenden Jahren deutlich steigen sollen – der Beitragssatz soll allerdings erst ab 2028 steigen. Der Bericht gibt auch Aufschluss über die erwarteten Wirkungen des in der Koalition umstrittenen Rentenpakets. Demnach muss der Bund der Rentenversicherung ab 2027 in steigendem Maß Geld für die geplante Stabilisierung des Rentenniveaus überweisen – bis zu rund 10,1 Milliarden Euro pro Jahr.
Ob die Reform tatsächlich kommt, ist derzeit aber noch ungewiss. Regierungssprecher Stefan Kornelius zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass es sehr zeitnah eine Lösung in dem Streit geben werde. Seit Tagen wird mangels sicherer Koalitionsmehrheit über eine mögliche Verschiebung der für Dezember geplanten Bundestagsabstimmung diskutiert. Die Junge Gruppe der Unionsfraktion will die Pläne jedoch nicht ohne Änderungen mittragen, da sie Milliardenkosten auch für die Zeit ab 2031 fürchtet.
Der Rentenversicherungsbericht lenkt nun auch den Blick auf die Menschen im Ruhestand sowie auf die Beitragszahlenden, also Arbeitgebende und ihre Beschäftigten. Für sie bleibt der Beitrag bis 2027 bei 18,6 Prozent. Ab 2028 steigt er sprunghaft auf 19,8 Prozent. Für das Jahr 2039 werden 21,2 Prozent prognostiziert.
Die Rentnerinnen und Rentner können auf steigende Bezüge hoffen. Die Renten werden den Vorausberechnungen zufolge in den kommenden Jahren durchschnittlich um rund 2,8 Prozent pro Jahr steigen – bis 2039 insgesamt um rund 47 Prozent. Dabei liegen die Erhöhungen in den kommenden zwei Jahren den Prognosen zufolge jeweils bei über 3 Prozent und fallen danach geringer aus.
Wie bereits bekannt, wird die Rentenerhöhung im kommenden Sommer bei 3,7 Prozent liegen. Die konkrete Erhöhung für die mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner wird jedoch erst im Frühjahr festgelegt, wenn alle Daten zur Lohnentwicklung vorliegen. Im vergangenen Jahr waren die Renten um 3,74 Prozent gestiegen.
Der Bericht gibt Aufschluss über die Unterschiede zwischen Ost und West sowie zwischen Frauen und Männern. Im vergangenen Jahr wurden monatlich im Durchschnitt 981 Euro an neue Rentnerinnen ausgezahlt. Männer erhielten im Durchschnitt 1.340 Euro pro Monat.
Die durchschnittlichen Altersrenten von Frauen in Westdeutschland liegen mit Ausnahme von Hamburg unter 1.000 Euro. Ostdeutsche Rentnerinnen bekommen im Schnitt wegen ihrer häufig längeren Berufstätigkeit mehr als 1.200 Euro Rente (ausgenommen ist Thüringen). Bei den Männern in Ostdeutschland liegt die Durchschnittsrente hingegen meist niedriger (je nach Land unterschiedlich, maximal jedoch 1.291 Euro im Monat). Im Westen reicht sie bis 1 475 Euro in Baden-Württemberg.
Im Jahr 2024 wurden rund 1,4 Millionen Rentenzahlungen durch einen Grundrentenzuschlag aufgestockt. Etwa drei Viertel der Betroffenen sind Frauen. Sie haben laut Bericht häufig in schlechter bezahlten Jobs gearbeitet. Den Zuschlag zur Rente bei Minirenten gibt es seit dem 1. Januar 2021.
