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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnt vor KI

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Oktober 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer warnt vor KI
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Eröffnung der Buchmesse

Kulturstaatsminister warnt in Frankfurt vor „geistigem Vampirismus“

Aktualisiert am 14.10.2025 – 18:41 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) spricht bei der Eröffnungsfeier der Buchmesse: Die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz bereiten ihm offenbar Sorgen. (Quelle: Arne Dedert/dpa/dpa-bilder)

Der Kulturstaatsminister sieht KI als massive Bedrohung für die Kunst. Bei der Eröffnung der Buchmesse richtet er warnende Worte an das Publikum.

Datenvampire in Goldgräberstimmung, Kunst als Beute, digitaler Kolonialismus: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse scharfe Worte für die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf die Literatur gefunden: KI könne die Welt der Literatur „zerfetzen“.

Die Welt der Bücher habe sich durch KI bereits dramatisch verändert. „Schon jetzt agieren die Algorithmen besonders clever programmierter Rechner oft klüger, komplexer, kreativer und vor allem viel, viel schneller als das vermeintliche Wunderwerk des menschlichen Gehirns“, sagte Weimer.

KI-Unternehmen saugten „auf gleichsam vampiristische Weise das kreative Potenzial aus unzähligen klugen Köpfen, nutzen deren Ideen und Empfindungen, ihre Schaffenskraft, ihre Visionen“. Damit werde die große kulturelle Errungenschaft autonomer Kunstwerke und vor allem Bücher zur bloßen Beute. Weimer erklärte: „Ich halte das für einen geistigen Vampirismus.“

In den Rechenzentren im kalifornischen Silicon Valley und im chinesischen Shenzhen herrsche „Goldgräberstimmung“. Dort finde „ein Raubzug“ statt. Ganze Kulturen würden „zum Rohstofflieferanten degradiert und eigentlich schamlos ausgebeutet“. Er nenne das „digitalen Kolonialismus, den wir nicht länger hinnehmen dürfen“.

Deutschland und Europa dürften „der systematischen Verletzung von Urheberrechten“ nicht länger tatenlos zusehen. Man müsse zu einer Regulatorik kommen, denkbar sei auch eine Art „Plattform-Soli“.

Die gute Nachricht sei: „Maschinen atmen nicht. Was immer sie produzieren, seien es Texturen oder Inhalte, wir spüren keinen Puls, keinen Herzschlag, keinen Atemhauch“, sagte Weimer. Auf der Buchmesse könne man das Gegenteil erleben: „Ein Ort, an dem die Freiheit des Wortes und damit die Freiheit des Denkens gefeiert wird“. Die Messe biete Schutzräume für Autoren, die mehr seien als Content-Lieferanten.

Nach der Eröffnung am Dienstagabend ist die Messe am Mittwoch und Donnerstag Fachbesuchern vorbehalten. Ab Freitag hat dann auch das Lesepublikum Zutritt. Mehr als 1.000 Autoren aus aller Welt reisen an. Rund 4.000 Verlage präsentieren ihre Produkte.

Bis Sonntag werden weit mehr als 200.000 Besucher erwartet. Ehrengast sind die Philippinen. Die Buchmesse endet traditionell mit der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Er geht in diesem Jahr an den Historiker Karl Schlögel.

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