Abschied vom Stadtwürfel
Kia Soul: Nächster Kleinwagen vor dem Aus
07.10.2025 – 16:29 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Kia Soul geht in Rente. Warum der kompakte Publikumsliebling jetzt ausläuft und was das für Käufer bedeutet.
Zwischen Kompaktwagen und Minivan angesiedelt, ließ sich der Soul keiner klassischen Kategorie zuordnen. Mit seinem auffälligen Design sprach er vor allem junge Stadtbewohner an. Ältere Fahrer wiederum lernten den bequemen Einstieg und den großzügigen Innenraum zu schätzen.
So hat sich der Soul seit seiner Markteinführung im Jahr 2009 zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt, vor allem in den USA, wo über drei Generationen hinweg mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft wurden.
Allein im Jahr 2015 setzte Kia fast 150.000 Exemplare ab. Dann ging die Erfolgskurve jedoch nach unten. Zuletzt fand der Soul nur noch rund 53.000 Käufer pro Jahr. Größere SUVs liefen ihm den Rang ab.
Das Ende des Soul markiert einen klaren Strategiewechsel bei Kia: weg von günstigen Verbrennern hin zu profitableren Modellen ohne Auspuff. Gerade für Autos, die etwa in Korea gebaut und exportiert werden, machen hohe Zölle die Produktion zunehmend unrentabel. Kia will sich deshalb künftig verstärkt auf andere Segmente und die wachsende Elektromobilität konzentrieren.
Für Autokäufer bedeutet das: Es gibt wieder ein erschwingliches Einstiegsmodell weniger. Und das ist längst ein Trend. Noch 2013 konnten die Kunden in der Klein- und Kleinstwagenklasse zwischen 89 verschiedenen Modellen wählen, rechnet der ADAC vor. Zwölf Jahre später sind es nur noch 71. Gleichzeitig stieg der Durchschnittspreis für ein Basismodell von 14.138 auf 25.836 Euro – ein Anstieg um satte 82,7 Prozent.
In dieser Rechnung ist der Kia Soul schon gar nicht mehr enthalten. Aus dem deutschen Angebot war er bereits 2024 sang- und klanglos verschwunden.
