Allergiker, aufgepasst
Hier fliegen die aggressivsten Pollen des Jahres
04.09.2025 – 12:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Kaum eine Pflanze ist für Allergiker so tückisch wie Ambrosia. Ihre Pollen wirken besonders stark. Wo das Risiko aktuell am größten ist.
Endlich weniger Pollen: Für viele Allergiker scheint der Spätsommer wie eine Erlösung. Doch gerade jetzt beginnt für einige die härteste Zeit des Jahres. Denn die Ambrosia blüht. Schon kleinste Mengen ihrer Pollen können heftige allergische Reaktionen auslösen. Vor allem im Osten und im Westen Mitteldeutschlands steigt die Belastung aktuell stark an.
Ambrosia-Pollen gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt. Schon eine geringe Konzentration in der Luft kann bei empfindlichen Menschen starke Symptome wie tränende Augen, Niesanfälle oder sogar Asthma auslösen. Das Umweltbundesamt stuft das Risiko als besonders hoch ein: Die Pollen der Ambrosia gelten als fünfmal so allergen wie Gräserpollen.
Was viele nicht wissen: Die Pflanze kann sogar Hautreaktionen verursachen, und zwar schon beim bloßen Berühren. Besonders gefährlich ist Ambrosia für Menschen, die bereits auf Beifuß allergisch reagieren. Wegen sogenannter Kreuzreaktionen verschlimmern sich bei ihnen die Beschwerden noch.
Forscher des Helmholtz-Zentrums in München haben herausgefunden, dass Ambrosia an Straßen besonders viele Allergene bildet. Der Grund: Schadstoffe aus Autoabgasen, etwa Stickstoffdioxid, setzen die Pflanze unter Stress. Daraufhin verändert sich die Zusammensetzung ihrer Pollen, die Menge der allergieauslösenden Proteine steigt.
Aktuell verzeichnen Messstationen des Deutschen Wetterdienstes vor allem im südöstlichen Brandenburg sehr hohe Pollenkonzentrationen. Aber auch in Süddeutschland, Hessen und Teilen Sachsens blüht die Pflanze kräftig. Mit südöstlichem Wind erreichen die Pollen derzeit sogar Großstädte wie Berlin.
Die Ambrosia blüht in Deutschland von Juli bis Oktober. Besonders viele Pollen gelangen im August und September in die Luft – also genau jetzt. Dabei reichen schon wenige Pflanzen in der Umgebung, um die Luft mit ihren Allergenen zu belasten. Laut Deutschem Wetterdienst können Ambrosia-Pollen zudem über Hunderte Kilometer transportiert werden, also auch aus dem Ausland.
Allergiker sollten in den nächsten Wochen besonders aufmerksam sein. Online bietet der Deutsche Wetterdienst täglich aktualisierte Pollenflugvorhersagen. Auch die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst stellt eine Wochenprognose bereit. Dort zeigt sich: Die Ambrosia ist aktuell die folgenschwerste allergieauslösende Pflanze im Land.
Wer typische Symptome wie eine laufende Nase, tränende Augen oder Husten bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen. Spezielle Allergietests zeigen, ob Ambrosia die Ursache ist. Medikamente wie Antihistaminika können die Beschwerden lindern. Bei schweren Fällen hilft auch eine spezifische Immuntherapie.
