Volksleiden Bluthochdruck
Dieses Getränk kann den Blutdruck senken
04.09.2025 – 15:08 UhrLesedauer: 3 Min.

Wer regelmäßig Rote-Bete-Saft trinkt, könnte seinen Blutdruck senken – zumindest im höheren Alter. Dabei spielt eine Rolle, welche Bakterien auf der Zunge leben.
Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet. Hierzulande ist etwa jeder Dritte betroffen. Und im Alter steigt das Risiko noch weiter an. Gleichzeitig ist Bluthochdruck der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Langfristig kann Bluthochdruck zu Herzinfarkten, Schlaganfällen oder gar zum Tod führen.
Eine wichtige Komponente in der Behandlung von hohem Blutdruck ist die Ernährung. Bereits im letzten Jahr hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass sich Rote-Bete-Saft bei Frauen nach den Wechseljahren positiv auf den Blutdruck auswirkt. Nun haben Forscher aus England und Norwegen ermittelt, dass der regelmäßige Konsum von Rote-Bete-Saft bei älteren Männern und Frauen helfen kann, den Blutdruck zu senken. Das Besondere: Dabei stellten sie fest, dass die im Mund lebenden Bakterien eine entscheidende Rolle spielen könnten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Free Radical Biology and Medicine“ veröffentlicht.
In dieser Studie wollten die Forscherinnen und Forscher herausfinden, ob Rote-Bete-Saft bei jüngeren und älteren Erwachsenen den gleichen Effekt hat. Zugleich untersuchten sie, ob die Mundflora eine Rolle bei den positiven Effekten von Roter Bete auf den Blutdruck spielt.
Für die Studie tranken 36 ältere Menschen (zwischen 67 und 79 Jahren) und 39 junge Erwachsene (18 bis 30 Jahre) über zwei Wochen täglich zwei Portionen (je 70 ml) konzentrierten Rote-Bete-Saft. Beide Gruppen nahmen zusätzlich an Kontrollphasen teil, in denen sie entweder einen Placebo-Saft ohne den vermuteten Hauptwirkstoff (Nitrat) oder ein antibakterielles Mundwasser erhielten.
Das Ergebnis: Nur bei den älteren Probandinnen und Probanden sank der Blutdruck deutlich – im Schnitt um 4 mmHg beim sogenannten mittleren arteriellen Druck. In der jüngeren Gruppe zeigten sich keine nennenswerten Veränderungen. Durch den Placebo-Saft und das antibakterielle Mundwasser veränderte sich der Blutdruck nicht.
Aber warum profitieren nur ältere Menschen? Die Studienautoren glauben, dass der Schlüssel in der Mundflora liegt. Bei älteren Teilnehmern zeigte sich nach dem Trinken des Safts eine deutliche Veränderung der Bakterien im Mundraum, vor allem eine Abnahme von Bakterien der Gattung Prevotella. Diese Mikroben gelten als hinderlich, weil sie Nitrat nicht in das gewünschte blutdrucksenkende Stickstoffmonoxid umwandeln, sondern in Ammoniak – eine Art biologischer Umweg, der das System ausbremst.
Parallel dazu nahmen bei den älteren Menschen die „guten“ Bakterien wie Neisseria und Rothia zu. Diese Mikroben helfen dabei, Nitrat in Nitrit und anschließend in Stickstoffmonoxid umzuwandeln und unterstützen so den Prozess, der die Blutgefäße entspannt.
