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You are at:Home»Deutschland»„Wir können ein Leben in Freiheit nicht als selbstverständlich betrachten“
Deutschland

„Wir können ein Leben in Freiheit nicht als selbstverständlich betrachten“

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Januar 2024Keine Kommentare2 Mins Read
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„Wir können ein Leben in Freiheit nicht als selbstverständlich betrachten“
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10. November 1938. Der Tag danach. Die sechsjährige Charlotte Knobloch steht vor der ausgebrannten Synagoge in der Münchner Herzog-Rudolf-Straße. Sie weint und fühlt sich verängstigt und hilflos. Am 9. November 1938 rufen die Nationalsozialisten zur Zerstörung jüdischer Geschäfte und Synagogen auf. In dieser Nacht gehen bereits Synagogen in Deutschland in Flammen auf. Geschäfte werden geplündert und Juden gedemütigt, verschleppt oder ermordet. Die „Reichskristallnacht“, auch bekannt als die Reichskristallnacht, markiert eine neue Dimension der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Charlotte Knobloch war drei Monate alt, als Hitler an die Macht kam. Heute ist sie eine bekannte Vertreterin der jüdischen Gemeinde in Deutschland. Seit mehr als 35 Jahren kämpft sie für Verständigung und friedliches Zusammenleben und kämpft gegen Antisemitismus – derzeit als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und von 2006 bis 2010 als Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland . Sie war die erste Frau, die dieses Amt innehatte.

Als Kind erlebte Knobloch den Terror der Nazis während der Reichspogromnacht – Erlebnisse, die sie bis heute prägen. Im Interview mit deutschland.de erklärt sie, warum „nie wieder“ niemals nur leere Worte sein dürfen.

Frau Knobloch, wie haben Sie den 9. November 1938 erlebt?
Wir verließen unsere Wohnung in München und wanderten zunächst einfach in keine bestimmte Richtung umher. Mein Vater hielt es für zu gefährlich, zu Hause zu bleiben, wollte aber auch nicht in sein Büro gehen. Er befürchtete, dass die Nazis dort auf ihn lauern könnten. Sein Verdacht wurde bestätigt, als er über eine Telefonzelle in seinem Büro anrief und um ein Selbstgespräch bat. Wir sind stundenlang durch München gewandert. Schließlich fanden wir bei Freunden Zuflucht in einem kleinen Dorf außerhalb der Stadt, wo wir übernachten konnten.

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