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Deutschland

„Eine klimapositive Kreislaufwirtschaft“

wochentlich.deBy wochentlich.de2 Januar 2024Keine Kommentare3 Mins Read
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„Eine klimapositive Kreislaufwirtschaft“
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Nadja Yang hat an der Technischen Universität München studiert und promoviert in Systems Engineering in Oxford. Sie war Präsidentin der „European Young Engineers“, erhielt das renommierte deutsche Rhodes-Stipendium und wurde vom Forbes-Magazin zu einer der „Forbes 30 Under 30 Europe & DACH“ sowie zu den „Top 50 Women in Engineering“ gewählt “.

Frau Yang, woran arbeiten Sie gerade?

Derzeit arbeite ich an meiner Doktorarbeit als Systemingenieur in Oxford. Mein besonderer Fokus liegt auf dem Konzept der städtischen Bioökonomie, das dazu beitragen soll, die Effizienz des Flusses biologischer Ressourcen und der Landnutzung zu steigern. Anstatt einfach nur Abfälle anzuhäufen und ein Nährstoffungleichgewicht zu schaffen, sollen Städte und Gemeinden dabei unterstützt werden, einen Beitrag zum biologischen Ressourcenkreislauf zu leisten. Der erste Schritt bestand darin, das Konzept zu definieren. Jetzt quantifizieren und optimieren wir bestehende städtische Systeme, um das Management von Ressourcen und Raum zu verbessern.

Wir haben beispielsweise festgestellt, dass die von Oxford veröffentlichten Recyclingquoten nicht auf der Gesamtabfallmenge basieren. Auch wenn Oxford eine der Vorreiterstädte Großbritanniens in Sachen Recycling ist, gibt es noch viel zu tun. Schätzungen zufolge landet etwa die Hälfte der Lebensmittelabfälle nicht in der richtigen Tonne. Und selbst wenn die andere Hälfte es in eine Biogasanlage schafft, fallen großflächige Nebenprodukte wie Gärreste und CO an2 werden in vielen Fällen immer noch nicht genutzt. Diese wären beispielsweise für Gewächshäuser wertvoll. Durch eine solche Symbiose könnte ein weitreichendes Netzwerksystem entstehen.

Was sind Ihre Visionen für die Welt der Zukunft? < 1}

Ich glaube, dass wir in einer utopischen Welt eine klimapositive und vorzugsweise biobasierte Kreislaufwirtschaft erreicht haben werden.

Kurzfristig hoffe ich, dass sich alle Einzelpersonen und Institutionen der Probleme bewusst werden, die uns von einer nachhaltigeren Zukunft abhalten. Sobald dies geschehen ist, kommt es darauf an, Ziele zu definieren, Strategien einzuleiten und auf dieser Basis dann Gesetze, Geschäftsmodelle und Ähnliches zu entwickeln.

Mittelfristig sollten wir die Auswirkungen der Veränderungen spüren können. Mülltrennung wird kein Thema mehr sein: Jede Kommune soll Zugang zu funktionierenden Recyclinganlagen haben. Es wird technologische Innovationen wie die Erfassung von Abfalldaten, neue Recyclingverfahren und intelligentere Abfalltrennungssysteme geben.

Langfristig stelle ich mir eine Gesellschaft vor, die das Ziel einer klimapositiven, biobasierten Kreislaufwirtschaft verinnerlicht hat. Dies wird endgültig den systemischen und mentalen Wandel von einer linearen Wirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft markieren. Es wäre eine Welt, in der alle Ressourcen als wertvoll gelten und entsprechend gehandelt werden.

Welche Rolle spielt Ihr Fachgebiet für eine gesunde Zukunft?

In meinem Fachgebiet geht es darum, Systeme so zu optimieren, dass Vorteile maximiert und Nachteile minimiert werden. Ganz nach dem Prinzip der Industrieökologie leisten wir daher einen Beitrag zur Effizienzsteigerung, indem wir ungenutzte oder unzureichend genutzte Ressourcen und Flächen erschließen und lokale Kreisläufe schließen.

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