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You are at:Home»Unterhaltung»Rufus Beck erzählt, wovor Schauspieler sich fürchten
Unterhaltung

Rufus Beck erzählt, wovor Schauspieler sich fürchten

wochentlich.deBy wochentlich.de30 Dezember 2023Keine Kommentare3 Mins Read
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Rufus Beck erzählt, wovor Schauspieler sich fürchten
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Er ist die Stimme der „Harry Potter“-Figuren, als Schauspieler stand er auf diversen Bühnen und vor vielen Kameras. Rufus Beck spricht für die Rubrik „Wovor haben Sie Angst …?“ über rationale und irrationale Ängste.

In Zeiten von Krisen, Kriegen und Klimawandel schleicht sich das Gefühl der Angst immer mehr in den Alltag vieler Menschen. Prominente Persönlichkeiten beantworten in der Serie „Wovor haben Sie Angst, …?“ die Frage nach dem furchtbarsten aller Gefühle, suchen Ursachen und Wege, mit ihr umzugehen.

Rufus Beck, 66, Schauspieler und Harry-Potter-Stimme

„Über Angst zu sprechen, ist etwas sehr Intimes. Alle Menschen haben Ängste, fürchten sich vor etwas. Menschen sind immer mit der direkten Angst konfrontiert: Jobverlust, Krankheit, Tod, Bedrohung, Inflation. Ängste entstehen dann, wenn man keine Optionen hat.

Es gibt reale und irrationale Angst. Die reale ist die, einen Abhang hinunterzufallen. Dabei werden unheimliche Kräfte und Adrenalin frei. Dann geht es in den Überlebensmodus. Irrationale Angst ist die Angst vor etwas, was nicht da ist, aber auf einen zukommen könnte in einer fernen Zukunft. Es ist eine private Dystopie, die ich mir vorstelle.

Angst entsteht aus fehlenden Optionen

Irrationale Ängste können einem nachts bewusst werden, innerhalb von Albträumen. Es gibt klassische Schauspieler-Albträume: Ich bin unter der Bühne und ich höre, wie oben eine Szene beginnt. Ich weiß, in 15 Sekunden bin ich dran und muss in der Szene sein. Aber ich finde den Ausgang nicht, renne unten herum.

Schauspieler haben Angst, etwas zu verpassen

Weil Schauspielerei auch das eigene Leben ist, glaubt man im Traum: Wenn ich das jetzt nicht rechtzeitig schaffe, geht die Welt unter. Das ist eine wahnsinnige Angst: Ich komme nicht hoch auf die Bühne, ich schaffe den Auftritt nicht. Ich schwitze, suche verzweifelt.

Ein anderer Traum ist: Oh Gott, wie ging der Text noch mal? Ich weiß gar nichts mehr, totaler Blackout. Ich habe ihn monatelang gelernt, und auf einmal kann ich mich an kein Wort erinnern. Es ist, als ob ich nackt vor einer Vollversammlung stehe, alle gucken mich an und sind sprachlos.

Rufus Beck ist eine coole Socke

Oder ich bin zu früh in einer Szene und verwirrt: Ich habe einen Text, aber irgendwie passt das alles nicht. Ich bin zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Diese klassischen Schauspieler-Ängste haben natürlich etwas mit dem Beruf zu tun, weil er mit Stress verbunden ist. Fast alle Schauspieler haben solche Ängste.

Ich denke aber, ich bin auf der Bühne vor allem eine coole Socke, habe keine Angst vor Auftritten. Höchstens Lampenfieber, so ein bisschen Aufregung – wie wenn ein Ofen vorgeheizt wird. Ich spüre, es ist Energie da, und diese Energie kann ich nutzen. Ich habe zu viel Lebens- oder Berufserfahrung, weiß, was ich kann und wann ich keine Angst mehr haben muss.“

Zur Person

Rufus Beck gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schauspielern und ist durch viele Theater-, Film- und Fernsehrollen bekannt geworden. In „Die Wilden Fußballkerle“ spielte er den Trainer Willy und in „Der Räuber Hotzenplotz“ den Zauberer Zwackelmann.
Seit 1979 ist er als Schauspieler tätig und war am Schauspiel Frankfurt, Schauspiel Köln, am Bayerischen Staatsschauspiel, an den Kammerspielen München oder am Berliner Ensemble zu sehen. Neben seiner Theater- und Filmtätigkeit ist Rufus Beck bekannt geworden als Interpret und Produzent von Hörbüchern, vor allem aber als die Stimme von „Harry Potter“.

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