„Angesichts der überraschenden und unkoordinierten Reise von Ministerpräsident Orbán nach Moskau wäre ein ernsthaftes und ehrliches persönliches Gespräch zwischen den beiden Außenministern sehr wichtig gewesen. Wir bedauern die Absage“, sagte der Beamte und fügte hinzu, dass die Reise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werde.
Ein ungarischer Beamter sagte, das deutsche Außenministerium und die deutsche Botschaft in Budapest seien über den Grund der Verschiebung informiert worden, wollte ihn jedoch nicht öffentlich nennen.
Am Freitag schloss sich Scholz anderen EU-Staats- und Regierungschefs an und kritisierte Orbán scharf für sein Treffen mit Putin. Er betonte, dass der ungarische Präsident – dessen Land Anfang dieses Monats die rotierende EU-Ratspräsidentschaft übernommen hat – „als ungarischer Ministerpräsident zu Putin reist“ und nicht als Gesandter der EU.
Baerbock, die im Dezember 2021 zum ersten Mal seit ihrem Amtsantritt Budapest besuchen wollte, ist dafür bekannt, dass sie ihre Kritik gegenüber Ungarn, aber auch gegenüber anderen Ländern wie China, besonders lautstark kundtut.
Scholz tadelte Orbán im vergangenen Monat auch, indem er dem ungarischen Präsidenten zum zweiten Mal in Folge einen Empfang mit militärischen Ehren und eine Pressekonferenz im Kanzleramt in Berlin verweigerte.
