Grünes Licht

Investor plant spektakulären Bau am Candidplatz


Aktualisiert am 14.01.2026 – 15:06 UhrLesedauer: 2 Min.

So sieht der geplante Komplex am Candidplatz in einem Entwurf aus. Die Höhe von 64 Metern wäre weithin sichtbar. (Quelle: Maximilian Galler/MVRDV)

Ein Hochhaus mit ungewöhnlicher Architektur soll ein trostloses Eck Münchens verändern. Auch die Stadt will dort bauen.

Am Mittwoch hat der Planungsausschuss in München grünes Licht gegeben für ein außergewöhnliches Bauvorhaben in München: Ein privater Investor plant am Candidplatz ein 64 Meter hohes Hochhaus mit auffälliger Architektur – direkt zwischen Mittlerem Ring und Candidstraße. Parallel treibt die Stadt Planungen für mehr bezahlbaren Wohnraum auf der gegenüberliegenden Seite voran.

Das geplante Gebäude auf dem sogenannten Inselgrundstück trägt den Namen „Candid-Tor“. Es soll aus acht versetzt gestapelten Quadern bestehen, in deren Mitte ein Freiraum bleibt – eine Form, die laut Stadtgestaltungskommission bereits 2021 sowohl als „Wahnsinns-Landmark“ als auch als gestalterisch fragwürdig beschrieben wurde. Der Entwurf stammt vom Rotterdamer Architekturbüro MVRDV, die Landschaftsarchitektur vom Münchner Büro Keller Damm Kollegen.

Der Investor, eine Tochterfirma des Hamburger Unternehmens Values mit Sitz in Grünwald, will auf dem Grundstück ein bestehendes Ärztehaus teilweise abreißen und in das neue Projekt integrieren. Etwa 30 Prozent der aktuellen Bausubstanz würden weichen.

Die Geschossfläche soll von derzeit 12.000 auf rund 32.000 Quadratmeter steigen – also fast eine Verdreifachung. Geplant sind neben Büros auch Arztpraxen, Gastronomie, soziale Einrichtungen sowie Wohnungen für Auszubildende und Studierende. Um das Bauvorhaben zu ermöglichen, musste der Stadtrat einen neuen Bebauungsplan aufstellen.

Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite, einem rund drei Hektar großen städtischen Grundstück mit Kita, Skatepark und Sportflächen, könnten einmal neue Gebäude entstehen. Eine Machbarkeitsstudie schlägt dort mehrere Varianten vor. Die Stadt favorisiert eine Lösung mit etwa 160 Wohnungen zu geförderten oder preisgedämpften Mieten – samt neuer Kita und Flächen für Jugendarbeit.

Die frühere Idee, dort auch ein Hochhaus mit städtischen Büros zu errichten, wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen will man möglichst viel Raum für Sport- und Spielflächen erhalten – insbesondere entlang des Auer Mühlbachs. Auch hier soll der Planungsausschuss nun ein mehrjähriges Planungsverfahren anstoßen.

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