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5.500 Jahre alte Stätte wieder begehbar

wochentlich.deBy wochentlich.de22 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Älter als die Pyramiden

Mystische Grabstätte wieder begehbar


22.08.2026 – 08:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Vergrößern des Bildes

Grabstelle aus der Steinzeit: 2017 wurde der Bereich um die Großsteingräber bei Apensen abgesperrt. (Quelle: Quelle: DNösler, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons)

Fast zehn Jahre lang konnte man die Großsteingräber im Landkreis Stade nicht besuchen: Nun ist die 5.500 Jahre alte mystische Stätte endlich wieder begehbar.

Die Großsteingräber von Grundoldendorf bei Apensen zählen zu den bedeutendsten archäologischen Denkmälern der Region. Die Anlagen stammen aus der Jungsteinzeit und wurden etwa 3500 vor Christus errichtet. Damit sind sie älter als Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh. Seit 2017 war das Waldgebiet „Im Dohrn“, in dem die Gräber liegen, allerdings für Besucher gesperrt. Grund waren vor allem alte und morsche Bäume, von denen eine erhebliche Gefahr ausging. Seit wenigen Tagen ist die Grabstätte wieder begehbar, berichten der NDR und der „Reisereporter“.

Immer wieder waren schwere Äste abgebrochen oder ganze Bäume umgestürzt. Die teilweise rund 250 Jahre alten Buchen gefährdeten dabei nicht nur Spaziergänger, sondern zunehmend auch die steinzeitlichen Grabanlagen selbst. Gleichzeitig eroberte die Vegetation das gesperrte Gelände: Brombeeren, Büsche und andere Pflanzen überwucherten die historischen Steine.

Unterschiedliche Eigentümer erschwerten Arbeiten

Nun haben Fachleute das Areal wieder freigeschnitten. Rund 25 Bäume unmittelbar an den Gräbern wurden untersucht und je nach Zustand gefällt oder eingekürzt. Dabei gingen die Arbeiter besonders vorsichtig vor. Statt mit schweren Maschinen arbeiteten Baumkletterer mit Säge und Kletterausrüstung, um die Bodendenkmäler und den umliegenden Wald möglichst wenig zu beeinträchtigen. Einige gekappte Stämme bleiben als Totholz und Lebensraum für Tiere liegen. Die Arbeiten kosteten den Angaben nach rund 12.000 Euro und werden vom Land Niedersachsen finanziert.

Dass die Wiederöffnung so lange gedauert hat, hängt auch mit den unterschiedlichen Interessen und Zuständigkeiten zusammen. Kreisarchäologe Daniel Nösler erklärte dem NDR: „Aus einem Denkmalschutzgebiet ist ein Landschaftsschutzgebiet geworden, und es gibt dann auch noch drei unterschiedliche Eigentümer: den Landkreis, das Land Niedersachsen und die Gemeinde.“

Gräber über Zeitraum von 2.000 Jahren genutzt

Archäologisch sind die Großsteingräber außergewöhnlich. Auf der bewaldeten Anhöhe befinden sich vier sogenannte Hünenbetten. Sie sind zwischen 29 und 51 Meter lang und sechs bis acht Meter breit. In ihren aus mächtigen Findlingen errichteten Kammern wurden mehrere Menschen bestattet. Funde von menschlichen Knochen, Keramikgefäßen und Geräten aus Feuerstein zeigen, dass die Gräber über einen Zeitraum von rund 2.000 Jahren bis in die Bronzezeit hinein genutzt wurden. Archäologen gehen zudem davon aus, dass der Ort möglicherweise für rituelle Zusammenkünfte diente.

Wer dort bestattet wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig feststellen. Nösler vergleicht im NDR die Anlagen mit einem Mausoleum: „Man muss sich das vorstellen wie ein Mausoleum, und wahrscheinlich waren es besondere Menschen, die da bestattet wurden mit ihren Beigaben.“ Für den Archäologen handelt es sich bei den Großsteingräbern um die älteste Architektur Deutschlands.

Damit die jahrtausendealten Anlagen nicht erneut unter dichtem Bewuchs verschwinden, soll das Areal künftig regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden.

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